Stillstand in den Umfragen: Seit Wochen bewegt sich bei den großen Parteien fast nichts. „Lagerbildung" nennen Demoskopen und Beobachter den Trend – Links und Rechts gewinnen, dazwischen wird der Platz eng. Jetzt die Überraschung nach Monaten der Bedeutungslosigkeit: Die FDP steht in der aktuellen INSA-Umfrage für BILD am Sonntag bei 5 Prozent – und wäre damit wieder im Bundestag, wäre heute Wahl.

KUBICKIS COMEBACK

Konnte Wolfgang Kubicki (74) die FDP retten? Lange galten die Liberalen nach dem unrühmlichen Ampel-Aus als abgeschrieben. Seit dem 30. Mai 2026 ist Kubicki FDP-Bundesvorsitzender – gewählt gegen Strack-Zimmermann, mit seinem einstigen Konkurrenten Henning Höne jetzt als Stellvertreter an seiner Seite. Politprofis wissen: Wenn in der Politik irgendetwas sicher ist, dann, dass alles unsicher ist. Bis zur planmäßigen Bundestagswahl 2029 ist noch viel Zeit – aber die FDP kämpft seit Wochen mit aggressiven Kampagnen auf allen Social-Media-Kanälen. Offenbar ein erster Etappensieg für die Liberalen im Genscher-Haus.

DIE ANDEREN STEHEN STILL

Während die FDP sich bewegt, verharren die übrigen Parteien: Die AfD bleibt mit 28 Prozent stärkste Kraft, CDU/CSU stagnieren bei 21 Prozent, die Grünen bei 14, die SPD bei 12, die Linke bei 11. Das BSW dümpelt bei 4 Prozent – und würde damit selbst den Einzug verpassen, den die FDP sich gerade zurückerkämpft.

Ob es sich um einen nachhaltigen Erfolg oder nur ein laues Lüftchen handelt, wird die Zeit zeigen.