Es klingt nüchtern, ist aber ein Offenbarungseid für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Rund 400 Millionäre haben dem Land 2025 den Rücken gekehrt. Mit ihnen ging ein Vermögen von rund 1,87 Milliarden Euro – Geld, das nicht mehr investiert, nicht mehr versteuert und nicht mehr hier ausgegeben wird. Kapitalkräftige Einzelpersonen können das verschmerzen. Der Staat kann es nicht – und am Ende trifft es jeden, bis hinunter zum Arbeiter, dessen Infrastruktur, Schulen und Sozialsysteme aus genau diesen Steuertöpfen finanziert werden.

Der Trend beschleunigt sich

Und es bleibt nicht bei der Momentaufnahme. Die Anfragen deutscher Staatsangehöriger nach einem Wohnsitzwechsel sind laut Henley & Partners zwischen dem vierten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 um 16 Prozent gestiegen. Deutschland ist damit als Herkunftsland für Vermögensmigration innerhalb von nur zwei Jahren von Rang 24 auf Rang 13 weltweit hochgeschossen.

Steuerdebatten treiben die Flucht

Die Gründe liegen auf der Hand: Wegzugsbesteuerung, Diskussionen über eine neue Vermögensteuer, eine insgesamt hohe Steuerlast und wachsende Zweifel an der deutschen Standortpolitik. Mobiles Kapital reagiert heute schneller denn je auf politische Signale aus Berlin – und die Signale sind eindeutig: mehr Regulierung, mehr Umverteilungsdebatten, mehr Unsicherheit.

Die Alpenländer machen es vor

Während in Deutschland über die nächste Reichensteuer diskutiert wird, gehen die Nachbarn den umgekehrten Weg. Die Schweiz und Österreich werben aktiv um die Ansiedlung vermögender Privatpersonen – mit stabilen, planbaren Steuerregimen statt ständig neuer Debatten. Kein Zufall, dass beide Alpenländer zu den bevorzugten Zielen deutscher Vermögender zählen.

Deutschland verliert nicht nur Steuerzahler. Es verliert das Vertrauen der Leistungsträger – und das lässt sich nicht so leicht zurückgewinnen wie ein paar Prozentpunkte Steuersatz.