Deutschland nimmt immer mehr Schulden auf – und zahlt inzwischen Milliarden allein dafür, bereits verschuldet zu sein. Bis 2030 droht sich die jährliche Zinslast nahezu zu verdoppeln.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bringt am Dienstag den Haushaltsentwurf für 2027 in den Bundestag ein. Darin versteckt sich eine Zahl, die zeigt, wie teuer Deutschlands Schuldenpolitik inzwischen geworden ist: 41,9 Milliarden Euro soll der Bund im kommenden Jahr allein für Zinsen ausgeben.

Das ist deutlich mehr als im laufenden Jahr. Jeden Tag fließen damit rechnerisch rund 115 Millionen Euro an die Gläubiger des Staates. Dieses Geld baut keine Schule, saniert keine Brücke und entlastet keinen Bürger. Es bezahlt ausschließlich die Rechnung für Schulden aus der Vergangenheit.

Gleichzeitig will die Bundesregierung noch mehr Kredite aufnehmen. Neben der steigenden Neuverschuldung des Kernhaushalts kommen weitere kreditfinanzierte Ausgaben über die sogenannten Sondervermögen hinzu. Der Name klingt nach Rücklagen. Tatsächlich handelt es sich um zusätzliche Schulden, für die künftig ebenfalls Zinsen gezahlt werden müssen.

Und die Rechnung wächst weiter: Für 2030 erwartet die Bundesregierung bereits Zinsausgaben von 80,7 Milliarden Euro. Innerhalb weniger Jahre würde sich die jährliche Belastung damit nahezu verdoppeln.

Klingbeil präsentiert einen Haushalt mit höheren Ausgaben und neuen Milliardenprogrammen. Seine eigenen Zahlen erzählen jedoch eine andere Geschichte: Der Staat kauft sich heute Handlungsspielraum auf Kredit – und nimmt ihn den Regierungen von morgen wieder weg.

Die Schulden von gestern fressen Deutschlands Zukunft.