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DITIB-Moschee in Stuttgart: Türkischer Einfluss, Millionen-Spenden und grüne Rückendeckung
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In Stuttgart-Feuerbach wächst Deutschlands wohl repräsentativste Moschee der Gegenwart. Der DITIB-Verein an der Mauserstraße plant für rund 24 bis 25 Millionen Euro einen Neubau mit Platz für bis zu 2.000 Muslime – finanziert fast ausschließlich über Spenden.

Bei der Grundsteinlegung im Juni 2025 waren erst rund sieben Millionen Euro beisammen. Mit dabei: die türkische Generalkonsulin und ein Vertreter der staatlichen Religionsbehörde Diyanet. Die Stadt stehe dem Projekt grundsätzlich positiv gegegenüber, machte Werner Wölfle von den Grünen deutlich. „Es sieht richtig gut aus”, kommentierte er die Pläne.

Vom Industriegebäude zum Prachtbau

Seit rund 20 Jahren betreibt der DITIB-Moscheeverein sein Gemeindezentrum in einem umgebauten Industriegebäude aus den 1930er-Jahren im Gewerbegebiet Feuerbach-Ost – "Klein-Istanbul" nennen es Anwohner. Die rund 1.300 Mitglieder starke Gemeinde wollte davon schon lange weg: Ein repräsentativer Neubau mit Kuppel, Minaretten und Tiefgarage soll her. Der Entwurf stammt vom Büro SL Rasch, das auch an Moscheeprojekten in Medina und Kairo mitgewirkt hat.

Das Projekt wurde immer wieder zusammengestrichen

Ursprünglich hätte der Bau nach ersten Entwürfen rund 45 Millionen Euro gekostet – zu viel für den Verein. Also wurde geschrumpft: 2023, beim Abriss des Altbaus, war noch von 22 Millionen Euro die Rede, 15 Millionen davon sollten "auf der ganzen Welt" über Spenden eingesammelt werden, wie Vereinsvorsitzender Ismail Cakir damals ankündigte. Zur Grundsteinlegung im Juni 2025 waren die Gesamtkosten bereits wieder auf 24 bis 25 Millionen Euro gestiegen. Der DITIB-Bundesverband, so beteuert der Verein, trage nichts zur Finanzierung bei.

Diyanet am Telefon

Bei der Grundsteinlegung sprachen sowohl die türkische Generalkonsulin Makbule Koçak Kaçar als auch Mahmut Özdemir, der Auslandsvertreter der türkischen Religionsbehörde Diyanet – jener Behörde, die die Imame der Gemeinde ausbildet, entsendet und auch bezahlt.

Der DITIB-Bundesverband war ebenfalls vor Ort. Dass eine türkische Staatsbehörde bei der Grundsteinlegung eines aus Spenden finanzierten Gebetshauses in Baden-Württemberg mit am Mikrofon steht, wirft für Kritiker eine alte Frage neu auf: Wie unabhängig ist DITIB von Ankara tatsächlich?

Bereits 2017 hatte ein bundesweiter Spionageverdacht gegen einzelne DITIB-Imame – sie sollen im Auftrag der Diyanet Informationen über Gülen-Anhänger gesammelt haben – die Bundesanwaltschaft auf den Plan gerufen. Die Feuerbacher Freien Wähler forderten daraufhin von der Stadtverwaltung Aufklärung über die Verbindungen des Vereins zum türkischen Staat.

Noch ist die Finanzierungslücke riesig

Rund 17 Millionen Euro fehlten laut Berichten noch zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung. Die Baufirma rechnet dennoch damit, dass der Rohbau bis Ende 2026 steht – eine Prognose, die angesichts der Finanzierungslücke und der Verzögerungen der Vorjahre (Altlasten im Boden, fehlende Abrissgenehmigung) mit Vorsicht zu genießen ist.

Stuttgart bekommt seine Großmoschee – aber offenbar auf Kredit des guten Willens. Ob die letzten Millionen tatsächlich fristgerecht zusammenkommen, oder ob am Ende doch der Bundesverband oder ausländische Geldgeber einspringen müssen, bleibt bislang Cakirs Geheimnis.