Berlin bekommt einen neuen Namen. Zumindest bei den Jungen. 2024 lag Mohammed in der Vornamen-Auswertung für Berlin und Brandenburg auf Platz eins. Ein Jahr später – Mohammed bleibt unter den zehn beliebtesten Jungennamen.

Es ist eine Statistik, die mehr erzählt als nur die Vorliebe werdender Eltern für einen bestimmten Namen. Denn Vornamen sind auch ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. In einer Stadt, die sich in den vergangenen Jahrzehnten massiv verändert hat, verändert sich auch das Klangbild der nächsten Generation.

Dabei lohnt der Blick auf die Zahlen im Detail. Die Auswertung des Vornamenexperten Knud Bielefeld setzte Mohammed 2024 an die Spitze der Jungen-Namen in Berlin und Brandenburg. 2025 lag Noah vorne, gefolgt von Matteo und Liam. Mohammed landete auf Platz fünf.

Der entscheidende Haken: Mohammed ist nicht gleich Mohammed. Schreibweisen wie Mohammed, Mohamed oder Muhammad werden in vielen Vornamenstatistiken getrennt erfasst. Je nachdem, ob unterschiedliche Schreibweisen zusammengeführt werden, kann sich das Ranking erheblich verändern. Schon frühere Auswertungen zeigten, dass Mohammed bei einer Zusammenfassung verschiedener Schreibweisen in Berlin deutlich nach oben rückt.

Gleichzeitig sollte man aus einem Vornamen-Ranking keine einfache Prognose über die Zukunft Berlins ableiten. 2025 wurden in der Hauptstadt 33.240 Kinder geboren – so wenige wie noch nie seit Beginn der Einwohnerregisterstatistik. Gleichzeitig gab es 37.899 Sterbefälle. Berlin wächst deshalb nicht durch Geburten, sondern vor allem durch Zuwanderung.

Die eigentliche Frage ist deshalb größer als die Frage, welcher Name auf Platz eins steht: Wie verändert sich eine Stadt, wenn sich ihre Bevölkerung verändert? Und was bedeutet es für das Selbstverständnis Berlins, wenn die Namen der nächsten Generation immer stärker die internationale Zusammensetzung der Hauptstadt widerspiegeln?

Ein einzelner Vorname beantwortet diese Frage nicht. Aber er macht die Veränderung sichtbar.