Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag beim Berliner CSD mit einer Toten und mindestens 14 Verletzten ist die Fahndung nach dem Täter in eine neue Phase getreten: Nach BILD-Informationen kam es in der Nacht zu einem Zugriff von Spezialkräften in Berlin-Schöneberg. Offiziell bestätigt ist der Einsatz bislang nicht – die Polizei hatte zuvor Berichte über eine Festnahme des Täters ausdrücklich zurückgewiesen.
DER TATABLAUF
Ein weißer Kleinbus war gegen 22 Uhr an der Lennéstraße in eine Menschenmenge im Tiergarten gefahren und blieb an einem Baum stehen. Der Fahrer flüchtete zu Fuß. Nach Zeugenangaben, die Polizeisprecher Florian Nath bestätigte, wurden einzelne Opfer offenbar auch mit einem Messer verletzt. Ob es nach der "Fahrphase" eine zweite Tatphase gab, ist Teil der laufenden Ermittlungen.
ZUGRIFF IN SCHÖNEBERG
Nach BILD-Informationen bündelt die Polizei ihre Kräfte aktuell auf einen Einsatz mit Spezialkräften in Schöneberg. Die Anti-Terror-Einheit GSG9 wurde alarmiert, mehrere Polizeihubschrauber kreisen seit Stunden über der Berliner Innenstadt, um mögliche Täter aus der Luft zu orten. Wichtig zur Einordnung: Die Polizei selbst hatte Berichte über eine Festnahme zuvor dementiert und erklärt, man wisse "momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters". Ob der aktuelle Zugriff in Schöneberg tatsächlich den gesuchten Täter betrifft, ist damit weiterhin offen – die Faktenlage ändert sich stündlich.
SPUR ZUM MIETER DES TATFAHRZEUGS
Nach WELT-Informationen soll der Mieter des Tatfahrzeugs Abdul B sein. Der Mann wurde 2005 geboren und ist erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen worden und der Polizei im religiös-motivierten Kontext bekannt.
FORENSIK PRÜFT TATFAHRZEUG
Das Tatfahrzeug wird derzeit forensisch untersucht, auch auf mögliche Sprengstoffspuren. Rund 250 Zufahrtsschutzelemente hatten den Tiergarten den ganzen Tag über gesichert – wie das Fahrzeug dennoch eindringen konnte, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.
BÜRGERMEISTER UND KANZLER VERURTEILEN DIE TAT
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft". Auch Bundeskanzler Merz verurteilte die Tat als "abscheulich".
Zugriff hin, Dementi her – während Berlin auf offizielle Klarheit wartet, kreisen die Hubschrauber weiter. Die einzige Gewissheit dieser Nacht: Es gibt noch keine.