Heiß gehandelt werden zur Zeit vier mögliche Spahn-Nachfolger im Berliner Regierungsviertel. Wir machen den VOLKSMUT-Check auf Risiken und Nebenwirkungen.

Günther Krings - Der Unbekannte
Günther Krings ist abseits der politischen Berlins weniger bekannt, verfügt jedoch über jahrelange Parlamentserfahrung. Krings ist gut vernetzt, hat so einigen politischen Sturm miterlebt und weiß um die parlamentarischen Raffinessen - denn der Teufel liegt im Detail. Krings stammt aus dem mächtigen NRW-Landesverband. Fokus: Innen, Kultur und Petition. Kein Mann schillernder Politmoment - eher ein Verwalter auf halber Strecke. Ob Krings wirklich das Amt eines Fraktionsvorsitzenden ausfüllen könnte, bleibt fraglich.

Risiko: Krings ist unbekannt und nicht zwingend Mann der ersten Reihe.

Carsten Linnemann - Der Beliebte
Linnemann ist in der CDU-Basis sehr beliebt und genießt unter den Abgeordneten hohes Vertrauen. Der amtierende CDU-Generalsekretär wollte eigentlich Wirtschaftsminister werden, lehnte ab, zu wenige Profilierungsmöglichkeiten. Viele sahen in ihm gemeinsam mit Friedrich Merz einen Neuanfang der CDU, von dem nach Anbiederung an die Klingbeil-SPD ehrlicherweise nicht viel geblieben ist. Linnemann weiß, wie Mehrheiten zu organisieren und Reihen zu schließen sind. Nach außen inszeniert sich der NRW-Politiker gerne als Pragmatiker mit klarem Fokus auf Wirtschaft.

Risiko: Insbesondere seine Herkunft aus dem mächtigen Wirtschaftsflügel (MIT) hemmt seine Integrationswirkung in andere Flügel der CDU, so z.B. in den CDA.

Alexander Dobrindt - Der Diplomat
Alexander Dobrindt ist Königsmacher der Merz-Regierung. Er zauberte die Nummer von Heidi Reichinnek aus dem Hut und gilt als besonders regierungserfahren und vernetzt. Beide Teile der Union in CDU und CSU vertrauen dem amtierenden Bundesinnenminister. Ja, die Asylwende ist mehr Rohrkrepierer als Erfolg, aber Dobrindt hat sich als "Macher" einen Namen gemacht. Macht kommt von Machen, vielleicht gilt das auch für Dobrindt.

Risiko: Dobrindt ist mit seinem Amt voll ausgelastet, betreibt schon jetzt oft Schadensbegrenzung im Kanzleramt und ersetzt hinter vorgehaltener Hand seinen Kollegen Thorsten Frei als Kanzleramtschef. Jetzt auch noch das Amt des Fraktionsvorsitzenden?

Thorsten Frei - Der Vertraute
Thorsten Frei kommt aus dem mächtigen baden-württembergischen Landesverband und genießt das blinde Vertrauen von Friedrich Merz. Frei ist der juristische Architekt der Abstimmung mit 2/3 Mehrheit zur Abschaffung der Schuldenbremse zu Beginn der Legislaturperiode. Seit Monaten steht Frei aufgrund Führungslosigkeit massiv in der Kritik. Viele fragen sich: Wo ist der Kanzleramtsminister und was tut er? Die Causa Brosius-Gersdorf trug auch die Handschrift von Frei.

Risiko: Frei ist der Aufgabe im Kanzleramt schon jetzt nicht gewachsen, mehr könnte ihn überfordern.

Die hier genannten Politiker kommen alle aus westdeutschen Landesverbänden und Männer, gehandelt wird außerdem die amtierende Gesundheitsministerin Nina Warken und einige andere Personalien.