Am 13. August 1961 begann die SED, West-Berlin zunächst mit Stacheldraht abzuriegeln; wenige Tage später wurden Mauern errichtet. 65 Jahre später erinnert Deutschland an die Opfer von Mauer und Teilung. Für Matthias Härtel ist diese Geschichte keine abstrakte Rückschau: 1983 wurde er verhaftet und acht Monate in Bautzen inhaftiert. VOLKSMUT-Chefredakteur David Brough im Gespräch mit Matthias Härtel über seine Kindheit in der DDR, die politische Haft und die neue Faszination junger Menschen für sozialistische Ideen.
Kindheit im Schatten der Diktatur
David Brough: Herr Härtel, Sie sind 1960 in Görlitz geboren und in Zwickau aufgewachsen. Wenn Sie heute die Augen schließen und an Ihre Kindheit in der DDR denken: Welches konkrete Bild erscheint zuerst?