Noch vor wenigen Wochen berichtete VOLKSMUT über die Kandidatur von Gloria Viagra für die Berliner Linke. Jetzt zeigt sich: Die Dragqueen soll offenbar weit mehr sein als ein ungewöhnlicher Name auf dem Wahlzettel.
Am Samstag tritt Gloria Viagra beim sogenannten „Save RAW Rave“ in Berlin-Friedrichshain auf. Die Veranstaltung wird auch von der Linken beworben. Viagra ist dort nicht nur für einen Redebeitrag angekündigt, sondern übernimmt zugleich die Moderation.
Der politische Rahmen ist eindeutig. In der offiziellen Ankündigung heißt es, man wolle sich gegen die Verdrängung der Clubkultur stellen und zugleich ein Zeichen gegen die AfD setzen. Ausdrücklich wird der Partei vorgeworfen, Vorfälle rund um den CSD „rechtspopulistisch“ zu missbrauchen.
Vom Nachtleben ins Parlament
Gloria Viagra ist längst nicht mehr nur Teil der Berliner Club- und Drag-Szene. Für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 hat die Linke Pankow Viagra als Direktkandidatur im Wahlkreis 8 aufgestellt. Auf der Bezirksliste steht Gloria Viagra zudem auf Platz zehn.
Die Partei präsentiert die Kandidatur mit Formulierungen wie „offener Dialog“, „gerechtes, buntes Berlin“ und einer „Portion Glitter“. Der Wahlkreis umfasst unter anderem Winsviertel, Kollwitzkiez, Thälmannpark und Kastanienallee.
Dabei ist die Verbindung zur Linken keineswegs neu. Bereits bei der Berliner Wiederholungswahl 2023 kandidierte Gloria Viagra für die Partei im selben Wahlkreis. Damals reichte es mit 18,2 Prozent der Erststimmen nicht für das Direktmandat.
Politik, Aktivismus und Party verschmelzen
Bemerkenswert ist weniger ein einzelner Auftritt als das Gesamtbild. Noch im Juni führte Gloria Viagra durch den gemeinsamen Queerempfang der Linksfraktionen in Bundestag und Berliner Abgeordnetenhaus sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Mit dabei waren unter anderem Heidi Reichinnek und weitere Politiker der Linken.
Nun folgen Wahlkampf, politischer Redebeitrag und Rave.
Die Grenzen zwischen Parteipolitik, Aktivismus und Berliner Clubkultur verschwimmen dabei zunehmend. Gloria Viagra steht exemplarisch für eine Linke, die ihren politischen Kulturkampf nicht mehr nur im Parlament führt – sondern auf Demonstrationen, in Clubs und auf der Tanzfläche.