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Migration spiele in der öffentlichen Debatte und den bevorstehenden Wahlkämpfen „kaum noch eine Rolle“, erklärte Merz. Seine Regierung habe die Zahlen massiv gesenkt. Die Botschaft: Problem erkannt, Problem gelöst. 

Doch ausgerechnet dort, wo sich zeigen müsste, ob der Staat tatsächlich wieder Kontrolle besitzt, sieht die Realität anders aus: 2025 wurden 22.787 Abschiebungen vollzogen – gleichzeitig scheiterten allein 32.855 bereits vor der Übergabe an die Bundespolizei. In 21.341 Fällen konnten die Betroffenen nicht angetroffen werden. Fast zwei Drittel der Abschiebeversuche schlugen fehl. 

Und das Problem ist nicht verschwunden. Allein im ersten Halbjahr 2026 scheiterten erneut fast 9.000 geplante Abschiebungen, häufig weil Ausreisepflichtige von den Behörden nicht angetroffen wurden. 

Noch im vergangenen Jahr hatte Merz selbst eingeräumt, Deutschland habe bei der Migration „im Stadtbild noch dieses Problem“. Heute erklärt der Kanzler die Migrationswende für vollzogen.

Das Problem ist damit nicht verschwunden. Es verschwindet nur aus der Erzählung des Kanzlers.