Zwei Männer, ein X-Account-Duo, das sich selbst als "Team Einsatzführung" der CDU begreift – und dahinter ein Geflecht aus Firmen, Familienbanden und Beratungsverträgen, über das bislang niemand öffentlich gesprochen hat. VOLKSMUT hat recherchiert, wer Daniel Eck und Manuel Schwalm wirklich sind, wer hinter ihrer Debattenagentur steckt – und warum selbst NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt inzwischen öffentlich über die beiden herzieht.

Wer sind Daniel Eck und Manuel Schwalm?

Parteien sind mehr als Programm, denn hinter Parteien stehen Menschen, die ein System aus Eigeninteressen, Opportunismus und Klüngelei verwässern und bereichern. Besonders trifft das auf den selbsternannten "Kanzlerwahlverein" der CDU zu – 250.000 Mitglieder, zentralistisch aus dem Konrad-Adenauer-Haus geführt, eine Basis, die sich traditionell zu blindem Gehorsam verpflichtet fühlt. Nun finden diese Menschen unterschiedlicher Couleur je nach Fähigkeiten und Kompetenzen unterschiedliche Verwendung, wie es im Militär heißt – Pioniere für besondere Aufgaben und Logistik, Fernkampf für Debattenwatsche und Narrativsetzung, Nahkampf für die politischen Tiefflieger, und selbstverständlich auch das Team Einsatzführung und strategische Planung.

Daniel Eck und Manuel Schwalm begreifen sich als genau dieses Team Einsatzführung strategische Planung. Zwei Männer mit Kontakten im Berliner Regierungsviertel, von der CDU-Parteizentrale bis ins Kanzleramt. Dahinter steckt ein Netzwerk aus dubiosen Unternehmen, Thinktanks und einflussreichen Beziehungen.

Schwalm und Eck – zwei Männer im Schatten

Wer sind die Männer im Schatten des Kanzleramtes? Schwalm wurde 1986 geboren und arbeitet nach eigenen Angaben für CMS Deutschland, eine internationale Wirtschaftskanzlei, die Rechts- und Steuerberatungsleistungen anbietet. Hört man sich im CDU-Umfeld des politischen Berlins um, ist der Name Schwalm bekannt. Nach unbestätigten Informationen hat Schwalm Sozialgeschichte in Göttingen studiert, doch der Gang in die erste Reihe blieb ihm verwehrt. 2022 gründet Schwalm die Mittelpunkt Debattenagentur UG – dazu gleich mehr. Daniel Eck ist CDU-Mitglied und Kommunikationsberater bei der Mittelpunkt Debattenagentur UG.

Unternehmenskonstrukt der Eckinvest GmbH

Schwalm gründet am 12.09.2022 die Mittelpunkt Debattenagentur UG, die Anmeldung erfolgt in Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Nummer HRB 246986 B. Wenige Monate später, am 27.10.2022, erfolgt die Eintragung von Manuel Schwalm als Gesellschafter im Handelsregister. Nach Informationen aus dem Handelsregister war zeitweise die Eckinvest GmbH aus Wipperfürth, Nordrhein-Westfalen, beteiligt. Geschäftsführer der Eckinvest GmbH ist Hermann-Josef Eck – der Vater von Daniel Eck, dem Kompagnon von Manuel Schwalm.

Nach Angaben des Handelsregisters ist der Zweck der Mittelpunkt Debattenagentur UG: a) die Erstellung und Veröffentlichung journalistischer Inhalte in Schrift, Bild und Ton; b) die Planung, Erstellung und Durchführung von Kampagnen im politischen Raum; c) die Beratung und konzeptionelle Projektplanung für und mit politischen Akteuren; d) die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen.

"Durchführung politischer Kampagnen sowie Beratung und konzeptionelle Projektplanung für und mit politischen Akteuren" – sollte die CDU Beratungsverträge mit der Mittelpunkt Debattenagentur UG abschließen oder abgeschlossen haben, stellt sich die Frage, wessen Kassen damit gefüllt werden: die einer neutralen Agentur, oder eines Firmenkonstrukts mit direkten Verbindungen in die Eck-Familie. VOLKSMUT hat bei der CDU-Bundesgeschäftsstelle und bei Mittelpunkt angefragt, ob solche Verträge bestehen – eine Antwort steht bislang aus.

Mittelpunkt: Die Agentur ohne Gesicht

Was macht die Mittelpunkt Debattenagentur UG eigentlich genau – und für wen? Auf der eigenen Website wirbt die Agentur damit, "Führungspersonen, Fraktionen, Verbände, NGOs und politische Organisationen" zu begleiten, dort, "wo politische, mediale und juristische Fragen ineinandergreifen". Klingt nach Einfluss. Nur: Wer tatsächlich zu den Kunden zählt, verrät Mittelpunkt nicht.

Kein Kundenverzeichnis, keine Referenzliste, keine Nennung konkreter Mandate. Für eine Agentur, die explizit politische Kampagnen plant und Akteure berät, ist das bemerkenswert wenig Transparenz – gerade wenn man bedenkt, wer laut Handelsregister mit im Boot sitzt: die Eckinvest GmbH von Daniel Ecks Vater.

Besonders brisant wirkt das nach den abfälligen Äußerungen der beiden CDU-Männer über Ulrich Siegmunds Studienabschluss: In einem Beitrag von CDU-Mitglied Jan Wambach auf der Website von Mittelpunkt heißt es, "Liberalismus wird nur dann wieder mehrheitsfähig, wenn Freiheit für Menschen im Alltag wieder konkret erlebbar wird: durch Aufstieg, Eigenständigkeit und das Gefühl, dass sich Leistung tatsächlich in mehr Selbstbestimmung übersetzt" – Worte, die nach dem offenen Angriff gegen Siegmund besonders schal wirken.

Zusätzlich bittet Mittelpunkt auf der Website um Spenden via PayPal und Amazon – fragwürdig und unseriös für eine politische Beratung mit Gewinnerzielungsabsicht, zusätzlich noch um Spenden zu bitten. Und worum geht es Eck und Schwalm eigentlich? Politische Meinungsbeiträge auf der Firmenwebsite einer politischen Beratung bedeuten: Der Berater wird selbst zum politischen Akteur. Die Grenzen zwischen reiner Beratungstätigkeit, politischem Geltungsdrang, Parteiarbeit und privaten Wirtschaftsinteressen verschwimmen.

Wer kritisiert, ist "gescheitert" – Eck und Schwalm gegen alles und jeden

Die CDU hatte anlässlich des Bundesparteitags im Februar 2026 in Stuttgart ein sogenanntes Awareness-Team eingerichtet – eine im Parteitags- und Kongressbetrieb mittlerweile übliche Anlaufstelle für Betroffene von Belästigung oder Grenzüberschreitungen. Für Daniel Eck Anlass genug, die Kritiker der Maßnahme pauschal als hysterisch abzutun: Ein "rechtsdurchdrehendes X" reagiere darauf mit "Weltuntergang", schrieb er am 20. Februar.

Tags zuvor hatte die frühere Bundestagsabgeordnete Joana Cotar öffentlich kritisiert, dass sich ein CDU-Mitglied lieber aufs Beleidigen verlege, statt sich zu fragen, warum eine Entscheidung kritisiert werde. Ecks Reaktion darauf: Externe Kritiker seien oft "parteipolitisch und politisch allgemein gescheiterte" Stimmen, die der CDU vorschreiben wollten, wie sie zu sein habe – wer weder Mitglied noch Wählerin der Partei sei, aber dennoch "rumpaule", handle "absurd". Auch Cotars konkrete Kritik am beschlossenen Social-Media-Verbot für Minderjährige quittierte er trocken mit der Frage, ob das nun "Dummheit" sei oder der "absolute Kontroll- und Zensurwahn" – auf jeden Fall aber ein Zeichen für "absolut unwählbar!"

Das Muster zieht sich durch den Account: Auch eine ganz normale Straßenumfrage von NIUS zum Social-Media-Verbot, in der ein junger Mann seine Meinung äußerte, kommentierte Manuel Schwalm nur mit "Die Stimme der AfD" – eine Zuschreibung, für die der Interviewte selbst keinerlei Anlass geliefert hatte, außer eine kritische Position zu vertreten. Und selbst eine Diskussion über unterschiedliche Fastenzeit-Bräuche fertigte Eck als "völlig absurde Diskussion" ab.

Drei verschiedene Anlässe, ein wiederkehrendes Reaktionsmuster: Wer die CDU-Führung – oder auch nur Randentscheidungen wie das Awareness-Team – kritisiert, wird nicht inhaltlich widerlegt, sondern als gescheitert, hysterisch oder randständig markiert.

"Geschunden, aber nicht besiegt" – Ecks Blick auf AfD-Wähler

Wie tief die Abneigung gegen alles reicht, was sich rechts der eigenen Position bewegt, zeigt ein Kommentar, den Eck selbst am 30. Mai 2026 unter dem Titel "Geschunden, aber nicht besiegt" auf der Mittelpunkt-Website veröffentlicht hat. Eck beklagt darin, Politik sei zum "ständigen Test der Loyalität" verkommen, bei dem "links" und "rechts" nur noch als Feindbild-Etiketten dienten.

Konkret wird er bei der AfD und ihrem Umfeld: Parteien der Ränder hätten dieses Modell zum Geschäft erhoben, allen voran die AfD und ihr Vorfeld, das jede Abweichung vom selbst gesetzten Meinungskorridor der Lächerlichkeit preisgebe. Wer sich von der eigenen Blase distanziere, werde also nicht ernst genommen, sondern verlacht – so Ecks Diagnose über das AfD-Umfeld.

Noch deutlicher wird der Ton, wenn Eck jene beschreibt, die ihre politische Herkunft in Richtung AfD verlassen: Manche erklärten im einen Monat, "politisch heimatlos" geworden zu sein, um im nächsten Monat plötzlich "aufgewacht" zu sein – für Eck ein Zeichen von Orientierungslosigkeit, nicht von politischer Überzeugung. Wähler, die sich von der Mitte ab- und der AfD zuwenden, handelten dabei laut Eck nicht aus inhaltlicher Überzeugung, sondern aus einem diffusen "Kulturpessimismus als Flucht aus der gefühlt fehlenden politischen Identität".

Der Kommentar fügt sich nahtlos in das Muster, das sich bereits bei Ecks Reaktionen auf Kritik am CDU-Awareness-Team zeigte: Wer nicht seiner Linie folgt – ob CDU-intern, parteilos oder AfD-nah –, wird nicht widerlegt, sondern pathologisiert.

Reichelt legt sich mit dem Duo an

NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt hat nun auf die Dauerbeschallung reagiert. Ganz auszuschließen ist nicht, dass Reichelt mehr über die Hintergründe von Schwalm und Eck weiß, als er bisher öffentlich gemacht hat. In einem Post zieht er die Reißleine: Die Rede ist von "abgehalfterten Rhino-Tweets" und "trübseligen Mit-Merz-kommt-jetzt-doch-die-Wende-Takes", die bei jeder Wahl "drei bis fünf Punkte für die AfD" kosteten – womit Reichelt beide CDU-Männer für das starke Ergebnis der AfD mitverantwortlich macht.

Die beiden scheinen sich in den vergangenen Monaten einige Feinde gemacht zu haben. Es bleibt nicht bei Reichelt: Auch der prominente "Plagiatsjäger", der bereits Marco Buschmann Brosius-Gersdorf zu Fall brachte, zeigt sich zunehmend genervt von Eck und Schwalm. Das politische Berlin, munkelt man, zittert längst vor dem Mann aus Wien.

Was bleibt

Am Ende drängt sich ein Bild auf: zwei Männer, die sich selbst als strategische Speerspitze der CDU inszenieren, eine Agentur ohne öffentlich bekannte Auftraggeber, ein Firmengeflecht mit direktem Draht in die eigene Familie – und ein wachsender Kreis an Kritikern, der von einfachen CDU-Wählern über AfD-nahe Bürger bis zum Chefredakteur eines der reichweitenstärksten Medien des Landes reicht. Wer profitiert von Mittelpunkt? Wer zahlt? Und warum verschweigt eine Agentur, die explizit mit politischem Einfluss wirbt, wer ihre Kunden sind? VOLKSMUT bleibt an der Geschichte dran und wird berichten, sobald CDU-Bundesgeschäftsstelle und Mittelpunkt geantwortet haben.