Kuwait verschärft sein Staatsbürgerschaftsrecht drastisch. Eingebürgerte Kuwaiter verlieren künftig das aktive und passive Wahlrecht. Wer die Staatsangehörigkeit erst durch Einbürgerung erhalten hat, darf damit weder Abgeordnete wählen noch selbst für das Parlament kandidieren.
Bisher mussten Eingebürgerte bereits jahrzehntelang warten, bevor sie politisch mitbestimmen durften. Nun wird diese Möglichkeit vollständig gestrichen.
Die Botschaft könnte kaum deutlicher sein: Ein Pass bedeutet in Kuwait nicht automatisch politische Macht.
Für Deutschland wirkt das wie eine Nachricht aus einer anderen Welt. Hier führt eine Einbürgerung unmittelbar zur vollständigen politischen Gleichstellung – inklusive Wahlrecht. Damit stellt Kuwait eine Frage, die in Deutschland kaum noch gestellt wird: Wer soll eigentlich über die Zukunft eines Landes entscheiden?
Natürlich ist Kuwait keine liberale Demokratie nach deutschem Vorbild. Das Parlament wurde 2024 aufgelöst, Teile der Verfassung sind suspendiert. Dennoch ist der Schritt bemerkenswert.
Während Deutschland Einbürgerungen erleichtert und damit das Wahlvolk erweitert, geht Kuwait den entgegengesetzten Weg.
Dort heißt es jetzt sinngemäß: Staatsbürger ja. Mitregieren nein.