Unionsfraktionschef Thorsten Frei kündigt Einsparungen an. Gleichzeitig wackelt die vollständige Steuerentlastung. Für Millionen Bürger könnte das kommende Jahr finanziell unangenehm werden.

VOLKSMUT Redaktion | 5. November 2026

Die Botschaft aus Berlin ist unmissverständlich: Deutschland muss sparen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) stimmt die Bürger bereits jetzt auf ein schwieriges Haushaltsjahr 2027 ein. Auf die Frage, ob die Menschen den Gürtel enger schnallen müssten, antwortete Frei gegenüber der „Bild“: „Ja, ich glaube, das muss man genau so sagen.“ Der Haushaltsentwurf enthalte bereits mehrere Einsparungen. Diese seien allerdings höchst umstritten und dürften bei den Betroffenen kaum Begeisterung auslösen.

Besonders brisant ist die Entwicklung bei der Einkommensteuer. Eigentlich sollen Arbeitnehmer vor der sogenannten kalten Progression geschützt werden. Doch eine vollständige Entlastung im kommenden Jahr hält Frei inzwischen für unsicher. Die geplante Einkommensteuerreform werde zwar einen Teil der kalten Progression ausgleichen, mehr könne er derzeit jedoch nicht versprechen. Für einen vollständigen Ausgleich wären weitere vier Milliarden Euro erforderlich.

Die kalte Progression trifft insbesondere Arbeitnehmer, deren Gehalt zwar steigt, deren Kaufkraft dadurch aber nicht wirklich wächst. Werden Lohnerhöhungen lediglich zum Ausgleich der Inflation gezahlt, können Betroffene trotzdem in einen höheren Steuertarif rutschen. Der Staat profitiert dann von zusätzlichen Steuereinnahmen, obwohl real kaum mehr Geld im Portemonnaie bleibt. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten ist das für viele Beschäftigte ein sensibles Thema.

Auch die Aufteilung der Kosten macht deutlich, wie schwierig die Haushaltslage ist. Von den zusätzlich benötigten vier Milliarden Euro entfielen nach Freis Angaben rund 1,8 Milliarden auf den Bund. Eine ähnliche Summe müssten die Länder tragen, der Rest würde bei den Kommunen landen. Eine vollständige steuerliche Entlastung wäre somit eine gemeinsame finanzpolitische Kraftanstrengung.

Welche konkreten Einsparungen die Bürger und einzelne gesellschaftliche Gruppen treffen werden, ist bislang nicht abschließend bekannt. Frei räumte selbst ein, dass die geplanten Kürzungen weder in der Bevölkerung beliebt seien noch bei den Betroffenen auf Zustimmung stoßen dürften. Damit steht die Bundesregierung vor einer schwierigen Aufgabe: Sie muss ihre Ausgaben begrenzen, ohne die wirtschaftliche Belastung für private Haushalte und Unternehmen weiter zu verschärfen.