Die Altkanzlerin besuchte vergangenen Mittwoch privat ein Museum in Neapel. Mit Ehemann Joachim Sauer zieht es sie seit Jahren regelmäßig nach Italien. Doch während Merkel ihren Ruhestand genießt, bleiben ihre politischen Entscheidungen umstritten – und ihre Versorgung kostet den Staat viel Geld.
Angela Merkel zwischen antiken Fresken statt auf dem politischen Parkett: Die frühere Bundeskanzlerin hat dem Archäologischen Nationalmuseum Neapel einen privaten Besuch abgestattet. Das Museum veröffentlichte ein Foto der 72-Jährigen auf Instagram und begrüßte sie als gern gesehenen Gast. Ihr Interesse galt den Fundstücken aus den antiken Vesuvstädten.
Italien ist für Merkel kein unbekanntes Terrain. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer verbringt sie seit Jahren regelmäßig Urlaubszeit im Land. Zu ihren bekannten Gewohnheiten gehören Aufenthalte auf der Insel Ischia im Golf von Neapel. Im Sommer zieht es das Ehepaar traditionell zum Wandern nach Südtirol. Der private Museumsbesuch passt damit in das Bild einer Altkanzlerin, die nach 16 Jahren im Kanzleramt ihre Zeit abseits der Tagespolitik verbringt.
Doch Merkels Ruhestand ist nicht frei von politischen Altlasten. Besonders ihre Migrationspolitik bleibt ein Streitpunkt. Zehn Jahre nach ihrem berühmten Satz „Wir schaffen das“ hält die frühere Regierungschefin weiterhin an ihrer damaligen Entscheidung fest. In einem Interview 2025 zeigte sie sich verwundert darüber, dass sie dafür bis heute kritisiert wird. Eine grundsätzliche Abkehr von ihrem Kurs ist nicht erkennbar.
Dabei sind die Folgen der Migrationspolitik bis heute Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen. Fragen nach irregulärer Migration, Abschiebungen und der Durchsetzung des Aufenthaltsrechts beschäftigen weiterhin die Bundespolitik. Kritiker werfen Merkel vor, die langfristigen Konsequenzen ihrer Entscheidungen unterschätzt zu haben. Die Altkanzlerin selbst setzt andere Schwerpunkte und verteidigt wesentliche Teile ihrer damaligen Linie.
Auch finanziell ist der Ruhestand der früheren Regierungschefin für den Steuerzahler nicht kostenlos. Nach einer Berechnung des Bundes der Steuerzahler belaufen sich Merkels monatliche Altersbezüge auf rund 15.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für ihr ehemaliges Kanzlerbüro, Mitarbeiter, Dienstwagen und Personenschutz.
Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, verfügt Merkels Büro über neun Stellen. Für Friseur- und Visagistenleistungen wurden zwischen Juli 2024 und März 2026 insgesamt 64.677 Euro aus öffentlichen Mitteln abgerechnet. Für den betreffenden Zeitraum wurden außerdem Reisekosten ihrer Mitarbeiter ausgewiesen. Die Bundesregierung bezifferte diese für Juli 2024 bis Juni 2025 auf 35.389,68 Euro.
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