Politischer Paukenschlag in Sachsen-Anhalt! Bei der Wahl von AfD-Politiker Ulrich Siegmund will die CDU-Fraktion geschlossen den Plenarsaal verlassen. Der Plan soll verhindern, dass eigene Abgeordnete für den AfD-Kandidaten stimmen.

Besonders brisant: Schon bei der Wahl des AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch kursierten Namen möglicher Abweichler aus der CDU. Im Fokus standen der frühere Fraktionschef Guido Heuer, seine Lebensgefährtin Karin Tschernich-Weiske und der CDU-Politiker Carsten Borchert. Wer tatsächlich wie abgestimmt hat, ist wegen der geheimen Wahl nicht nachgewiesen. Die Genannten sollen laut Medienberichten erklärt haben, sich enthalten zu haben.

Die Brandmauer soll offenbar bis in die eigenen Reihen reichen. Statt ihren Abgeordneten die Entscheidung zu überlassen, setzt die CDU auf demonstrativen Abwesenheitszwang: Bei der Wahl von Ulrich Siegmund sollen die Christdemokraten geschlossen den Saal verlassen. So soll verhindert werden, dass jemand aus den eigenen Reihen für den AfD-Politiker stimmt.

Das perfide Kalkül: Die Abgeordneten sollen damit gewissermaßen vor einer möglichen eigenen Entscheidung "geschützt" werden. Wer sitzen bleibt, könnte unter Verdacht geraten, mit Siegmund zu sympathisieren. Eine geheime Wahl, bei der jeder Abgeordnete frei entscheiden können soll, wird so zum politischen Loyalitätstest.

Doch was wäre, wenn die vier CDU-Abgeordneten einfach sitzen bleiben? Sie könnten zeigen, dass ein Mandat mehr bedeutet als die Befolgung der Parteilinie. Ob tatsächlich einer für Siegmund stimmt, ist offen. Allein die Möglichkeit einer abweichenden Entscheidung scheint für die CDU jedoch zum Problem zu werden.

Die AfD hat die Wahl in Sachsen-Anhalt gewonnen und erhebt damit den Anspruch, politische Verantwortung zu übernehmen. Die CDU wiederum hält an ihrer Abgrenzung fest. Kritiker sehen darin eine Brandmauer, die inzwischen wichtiger sei als die individuelle Entscheidung der gewählten Volksvertreter.

Die entscheidende Frage bleibt: Dürfen CDU-Abgeordnete ihrem Gewissen folgen – oder müssen sie erst den Saal verlassen, damit niemand auf die Idee kommt, anders abzustimmen? Der Machtkampf spitzt sich weiter zu.