BERLIN – Cola, Zigaretten, Plastikverpackungen: Die Bundesregierung plant neue Abgaben, die sich auf den Alltag der Verbraucher auswirken könnten. Doch was bedeutet das konkret für den Geldbeutel? VOLKSMUT rechnet für eine Familie mit Kind und einen Single vor.

Familie mit Kind: Zwei Eltern, ein Haushalt

Eine Familie mit zwei Elternteilen und einem Kind kauft im Beispiel 15 Liter Cola und andere zuckerhaltige Getränke im Monat. Wird eine mögliche Zuckerabgabe vollständig an die Verbraucher weitergegeben, könnte der Literpreis bei stark gezuckerten Getränken um rund 45 Cent steigen.

Die Rechnung: 81 Euro mehr im Jahr. Das entspricht etwa 6,75 Euro im Monat – allein durch die angenommene Verteuerung der Getränke.

Single: Auch kleine Beträge summieren sich

Ein alleinlebender Verbraucher kauft im Beispiel fünf Liter Cola im Monat. Bei demselben angenommenen Preisaufschlag wären das 27 Euro zusätzlich im Jahr, also 2,25 Euro im Monat.

Das klingt überschaubar. Wer allerdings raucht, muss mit weiteren Kosten rechnen. Die Tabaksteuer soll nach den Regierungsplänen über mehrere Jahre steigen.

Raucher zahlen besonders drauf

Nach den Preisannahmen im Gesetzentwurf könnte eine Schachtel mit 20 Zigaretten im Durchschnitt von derzeit 8,05 Euro auf 11,36 Euro im Jahr 2030 steigen. Das wären 3,31 Euro mehr pro Schachtel. Die tatsächlichen Preise legen die Hersteller fest.

Wer täglich zehn Zigaretten raucht, würde bei gleichbleibendem Konsum und vollständiger Weitergabe dieses Preisunterschieds rechnerisch rund 604 Euro mehr im Jahr zahlen, sobald der Preis von 11,36 Euro erreicht wäre. Zusammen mit den angenommenen Mehrkosten für Cola käme ein Single in diesem Beispiel auf rund 631 Euro im Jahr.

Das ist eine Modellrechnung für den Preisstand 2030 – nicht die Mehrbelastung, die bereits im kommenden Jahr anfällt.

Was ist mit der Plastiksteuer?

Auch eine Abgabe auf Kunststoffverpackungen ist Teil der politischen Pläne. Ob und wie stark dadurch Lebensmittel und andere Waren teurer werden, hängt davon ab, welche Kosten Hersteller und Händler an die Kunden weitergeben. Eine pauschale Zusatzbelastung für jeden Haushalt lässt sich derzeit nicht seriös beziffern.

Wie hoch die mögliche Mehrbelastung ausfällt, hängt vom eigenen Konsum ab. Wer nicht raucht und nur wenige zuckerhaltige Getränke kauft, wäre anders betroffen als ein Haushalt mit regelmäßigem Zigarettenkonsum.

Die Zuckersteuer befindet sich in der politischen Abstimmung; die endgültige gesetzliche Ausgestaltung ist maßgeblich. Auch die berechneten Preisaufschläge sind Annahmen und keine garantierten Preiserhöhungen.