48 Stimmen für den AfD-Politiker Tobias Rausch – doch AfD und BSW haben zusammen nur 44 Abgeordnete. Woher kamen die vier zusätzlichen Stimmen? Eine Aussage von AfD-Chefin Alice Weidel sorgt nun für neue Brisanz.
Jetzt ist es raus: Die 4 CDU-Stimmen für Tobias Rausch waren offenbar mehr als nur eine „Mutprobe“. Alice Weidel bestätigt jetzt: VOR der Wahl gab es eine Verständigung mit Abgeordneten anderer Fraktionen. Damit dürfte klar sein, wohin die Reise bei der nächsten entscheidenden… pic.twitter.com/swdqCHCCqu
— DavidGegenGoliath (@_david_brg) October 6, 2026
Bislang war deshalb die große Frage: Wer hat Rausch zusätzlich zur Mehrheit verholfen? Besonders brisant ist diese Frage, weil CDU, SPD, Grüne und Linke zuvor angekündigt hatten, Rausch nicht zu unterstützen. Die CDU hatte ihren Abgeordneten sogar empfohlen, sich zu enthalten. Die Wahl selbst war geheim – deshalb lässt sich offiziell nicht feststellen, welcher Abgeordnete für Rausch gestimmt hat.
Gratulation an Tobias Rausch (AfD), den soeben gewählten Präsidenten des Landtags Sachsen-Anhalt - und den ersten AfD-Landtagspräsidenten in der Geschichte unserer Partei. Rausch erhielt 48 Stimmen - und damit 9 mehr, als die AfD-Fraktion Mitglieder hat. Ein toller Erfolg! pic.twitter.com/NmilRrbNXZ
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) October 6, 2026
Jetzt sorgt Weidel für neue Fragen
Nach der Wahl äußerte sich Alice Weidel zur überraschenden Mehrheit für Rausch. Dabei machte die AfD-Chefin deutlich, dass das Ergebnis für die Parteiführung keineswegs überraschend gekommen sei.
„Wir haben vorher gewusst, dass es so kommen wird, dass er mit der Mehrheit gewählt wird“, erklärte Weidel sinngemäß. Noch brisanter ist ihre weitere Aussage: „Es gab im Vorhinein eine Verständigung.“
Das wirft ein neues Licht auf die vier zusätzlichen Stimmen.
Denn sollte die AfD-Fraktion geschlossen für ihren Kandidaten gestimmt haben und auch die fünf BSW-Abgeordneten ihr angekündigtes Votum abgegeben haben, mussten vier Stimmen aus anderen Reihen des Landtages kommen. Die AfD selbst erklärte nach der Wahl ausdrücklich, Rausch habe neben den Stimmen von AfD und BSW auch Unterstützung aus der CDU-Fraktion erhalten.
War die Wahl also bereits vor dem ersten Wahlgang politisch geklärt?
Genau das legt Weidels Aussage zumindest nahe. Bewiesen ist damit allerdings noch nicht, dass exakt vier CDU-Abgeordnete für Rausch stimmten. Wegen der geheimen Wahl bleibt die individuelle Zuordnung der Stimmen zunächst offen.
Fest steht aber: Rausch bekam die Mehrheit – und offenbar wusste die AfD-Führung bereits vorher, dass sie sie bekommen würde.
Damit bekommt die historische Wahl in Magdeburg eine weitere Dimension. Die sogenannte Brandmauer fiel nicht erst mit dem fertigen Wahlergebnis. Möglicherweise gab es bereits vor der Abstimmung Gespräche und eine Verständigung über das Ergebnis. Und genau hier beginnt das politische Rätsel um die vier Stimmen erst richtig.
Denn die entscheidende Frage lautet jetzt: Wer hat Rausch die vier Stimmen gegeben – und was wurde vorher vereinbart?