Leipzig/Halle - Deutschland hat 40 afghanische Männer per Charterflug nach Kabul abgeschoben. Die Maschine startete am Flughafen Leipzig/Halle und landete am Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hatten sämtliche Abgeschobenen in Deutschland Straftaten begangen.

Zu den genannten Delikten zählen Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und Drogenhandel. An der Rückführung waren zehn Bundesländer beteiligt, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, Rückführungen nach Afghanistan sollten ein regelmäßiger und verlässlicher Bestandteil der deutschen Migrationspolitik sein. „Straftäter müssen unser Land verlassen“, sagte er der „Bild“.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden seit Beginn der laufenden Legislaturperiode insgesamt 303 afghanische Männer nach Afghanistan abgeschoben. Die aktuelle Rückführung ist damit Teil der Bemühungen der Bundesregierung, Abschiebungen in das von den Taliban regierte Land fortzusetzen.

Die Abschiebung von 40 Afghanen ist ein Schritt, doch gemessen an der Größenordnung bleibt die Bundesregierung weit hinter dem zurück, was ihre Ankündigungen erwarten lassen. 

Mitte 2026 waren in Deutschland 258.845 Menschen ausreisepflichtig – darunter rund 15.300 Afghanen. Zwar bedeutet Ausreisepflicht nicht in jedem Fall, dass eine Abschiebung unmittelbar vollzogen werden kann, etwa bei einer Duldung. Dennoch zeigen die Zahlen, wie groß die Aufgabe ist. Die Bundesregierung muss sich daran messen lassen, ob sie den Rückstand beim Vollzug spürbar abbaut, statt einzelne Abschiebeflüge als Erfolg zu präsentieren.