Die CDU erlebt in Sachsen-Anhalt einen historischen Absturz. VOLKSMUT berichtete bereits über das historische Wahldebakel der CDU. Nun beginnt in Magdeburg die Suche nach den Verantwortlichen – und sie führt direkt zu Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze.

Nach der ersten Hochrechnung von Infratest dimap erreicht die AfD rund 44,5 Prozent, während die CDU auf nur noch 18,5 Prozent abstürzt. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Union unter Reiner Haseloff noch 37,1 Prozent geholt. Damit hat sich ihr Stimmenanteil nahezu halbiert.

Schulze selbst kündigte am Wahlabend zunächst keine persönlichen Konsequenzen an. Er gratulierte der AfD zum Wahlsieg und erklärte lediglich, die CDU müsse mit dem Ergebnis umgehen. Wenig später zeigte er sich überzeugt, dass die neue CDU-Fraktion geschlossen zusammenstehen werde.

Doch in seiner eigenen Partei beginnt bereits der Aufstand.

Die frühere Bildungsministerin und heutige CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner fordert Schulzes Rücktritt als Landesvorsitzender. Gegenüber dem „Stern“ erklärte sie: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten.“

Auch Michael Hayn, langjähriger CDU-Kreischef im Saalekreis, verlangt persönliche Konsequenzen. Der Spitzenkandidat müsse die Verantwortung für den Wahlkampf übernehmen und Schulze täte gut daran, sich „in die zweite Reihe“ zurückzuziehen.

Damit lautet die Frage nach diesem Wahlabend nicht mehr nur, wer Sachsen-Anhalt künftig regiert. Sie lautet auch: Wie lange kann sich Sven Schulze noch an der Spitze der CDU halten?

Formal muss Schulze sein Amt als Ministerpräsident nicht noch am Wahlabend niederlegen. Der neue Landtag muss spätestens am 6. Oktober zusammentreten; bis eine neue Regierung gewählt ist, führen Ministerpräsident und Minister ihre Amtsgeschäfte weiter. Einen festen Termin für die Wahl eines Nachfolgers gibt es zunächst nicht.

Politisch aber hat die Abrechnung längst begonnen. Die CDU hat mehr als die Hälfte ihres früheren Vorsprungs verloren, die AfD liegt mehr als 25 Punkte vor ihr – und ausgerechnet aus den eigenen Reihen wird nun die Führungsfrage gestellt.

Schulze wollte die AfD stoppen. Stattdessen führte er die CDU in ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob dieses Ergebnis Konsequenzen haben wird. Sondern wann.