Erst „Boxhandschuhe“, jetzt persönliche Beleidigungen. Der CDU-Kommunikator Manuel Schwalm sorgt mit einem Beitrag auf X für Aufmerksamkeit.

Schwalm, der auf X unter @coolservativ auftritt und dort rund 27.000 Follower hat, griff einen Nutzer in einer Antwort persönlich an. Sein Beitrag beginnt mit den Worten: „Und wer bist du? Und warum glaubst du Null irgendwas zu beeinflussen?“ 

Danach wird es persönlich. Schwalm kommentiert den Namen seines Gegenübers: „Hat deine Mutter dir diesen räudigen Namen gegeben oder willst du fesch international wirken?“ Am Ende setzt er nach: „Du Versager…“

„Kreml-Dirne“ und „AfD-Gesocks“

In einem weiteren Beitrag wendet sich Schwalm direkt an das Team von Alice Weidel. Wegen angeblich wiederholt „Kreml-arschkriechender Tweets“ ihrer Chefin habe er Weidel als „Kreml-Dirne“ bezeichnet. Er erklärt, es sei seine Überzeugung, dass sich die AfD-Politikerin „an Moskau verkauft“ habe – „Billig wie Dirne.“

Gleichzeitig fordert Schwalm die Gegenseite auf, gegen ihn juristisch vorzugehen. Er bittet um einen Zivilprozess beziehungsweise darum, ihn anzuzeigen, damit ein Gericht klären könne, ob seine Äußerungen zulässig seien.

Doch auch dabei bleibt es nicht. Schwalm schreibt von seiner Überzeugung, seine Aussagen seien erlaubt, und bezeichnet seine Gegner schließlich als „russophiles AfD-Gesocks“.

Wer ist Manuel Schwalm?

Der bemerkenswerte Ton kommt von einem Mann, der sich selbst auf X als „Really into politics @CDU | Communications“ beschreibt. Schwalm ist seit seinem 16. Lebensjahr CDU-Mitglied und spricht regelmäßig öffentlich über die Partei.

Auch politisch setzt Schwalm auf eine ausgesprochen konfrontative Sprache. Erst kürzlich schrieb er, die politische Mitte müsse die „Samthandschuhe“ aus- und die „Boxhandschuhe“ anziehen. Es sei Zeit, die „festen Schläge“ zu setzen, die sich AfDler verdient hätten. Der Beitrag wurde laut der verfügbaren X-Abbildung zehntausendfach aufgerufen.

Schwalm ist damit nicht irgendein kleiner Partei-Account: Er verfügt über eine erhebliche Reichweite auf X und tritt regelmäßig als politischer Gesprächspartner und Kommentator auf. Im September war er etwa Gast eines Podcasts über die strategische Ausrichtung der CDU und sprach dort über seinen langjährigen Einsatz für die Partei und seine Aktivität auf X.

Unmut in der CDU wächst

Auch innerhalb der CDU sorgt der Auftritt des eigenen Parteimitglieds offenbar für Unmut. Nach Informationen von VOLKSMUT wächst in der Parteizentrale die Kritik an Schwalm. Hinter vorgehaltener Hand fällt dabei ein vernichtendes Urteil: „Der ist eine Witzfigur und schadet der CDU.“

Gerade der aggressive Ton auf X stößt demnach auf Kritik. Während Schwalm öffentlich fordert, die politische Mitte müsse die „Samthandschuhe“ ausziehen und die „Boxhandschuhe“ anziehen, sehen Parteikollegen in seinen persönlichen Attacken eher ein Problem für das Ansehen der CDU.

Ausgerechnet dort, wo die CDU um politische Seriosität und Glaubwürdigkeit bemüht ist, sorgt ein eigener Kommunikator mit Beschimpfungen und Kampf-Rhetorik für Schlagzeilen.

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