Bundeskanzler Friedrich Merz verschärft den Ton gegenüber der AfD – ausgerechnet nach dem historischen Erfolg der Partei in Sachsen-Anhalt. Bei einer Veranstaltung des Handelsblatts am Mittwoch erklärte Merz: „Wer die AfD wählt, spielt das Spiel der Extremisten.“
Der Moment, in dem der Kanzler heute bei @handelsblatt und @wiwo auf Magdeburg und Berlin zu sprechen kommt @POLITICOEurope pic.twitter.com/YcH5faWuaE
— Rasmus Buchsteiner (@R_Buchsteiner) October 7, 2026
Der Kanzler machte damit unmissverständlich klar, dass er die AfD weiterhin als politischen Gegner betrachtet. Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei in Magdeburg so stark wie nie zuvor auftritt: Am Dienstag wurde AfD-Politiker Tobias Rausch mit 48 Stimmen zum neuen Landtagspräsidenten gewählt. AfD und BSW verfügen zusammen allerdings nur über 44 Mandate. Woher die zusätzlichen Stimmen kamen, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Auch zu den mysteriösen Stimmen für Rausch äußerte sich Merz. „Ob aufgeklärt werden kann, woher die drei Stimmen für Tobias Rausch stammen, wird in Magdeburg geklärt“, sagte der Kanzler. Die beteiligten Abgeordneten müssten das Ergebnis „mit ihrem Gewissen vereinbaren“.
Besonders brisant: Rausch selbst erklärte inzwischen gegenüber NIUS, dass er davon ausgehe, auch Stimmen aus der CDU erhalten zu haben. Das würde die Debatte über die sogenannte Brandmauer gegen die AfD unmittelbar auf die Bundes-CDU ausstrahlen.
Für Merz ist die Botschaft klar: Die CDU soll Abstand zur AfD halten. Gleichzeitig zeigen die Vorgänge in Sachsen-Anhalt, wie schwer sich diese Abgrenzung auf Landesebene offenbar durchsetzen lässt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb jetzt: Wer hat Rausch tatsächlich gewählt – und wird die Brandmauer der CDU auch bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember halten?