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# Schubs-Attacke im AfD-Saal: Jetzt schaltet sich sogar Weidels Sprecher ein
- URL: https://www.volksmut.de/schubs-attacke-im-afd-saal-jetzt-schaltet-sich-sogar-weidels-sprecher-ein/
- Published: 2026-07-13T10:12:32.000Z
- Updated: 2026-07-13T10:12:32.000Z
- Description: Bemerkenswert: Weidel selbst äußert sich nicht persönlich, sondern lässt ausschließlich ihren Sprecher sprechen. Das wirkt weniger nach Zufall als nach Kalkül. Der Konflikt in NRW ist längst zu groß geworden, um ihn zu ignorieren.
- Author: David Brough
- Tags: REPUBLIK

Der Machtkampf in der NRW-AfD wird noch hässlicher. Nach dem Chaos-Wochenende von Marl (VOLKSMUT berichtete über die [Selbstzerfleischung in Marl](https://www.volksmut.de/selbstzerfleischung-in-marl-afd-nrw-versinkt-im-chaos-esser-schlagt-helferich/)) zieht der Streit jetzt bis nach Berlin – bis vor die Tür der Parteichefin.

**Was war passiert?**

Am vergangenen Wochenende stellte die AfD Nordrhein-Westfalen in Marl ihre Landesliste für die Landtagswahl 2027 auf. Im Zentrum des Machtkampfs: das gemäßigtere Lager um Landeschef Martin Vincentz gegen den rechten Flügel um Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Am Ende setzte sich Vincentz' Lager deutlich durch – Helferichs Truppe ging bei der Listenaufstellung weitgehend leer aus. Doch statt das Kapitel abzuhaken, eskaliert der Streit jetzt erst richtig.

**Vorwurf Nummer eins: Vom Stuhl geschubst**

Matthias Helferich wirft seinem Fraktionskollegen Knuth Meyer-Soltau vor, ihn bei der Versammlung in Marl beleidigt und tätlich angegriffen zu haben. **„Er hat mich beschimpft und vom Stuhl geschubst"**, sagte Helferich dem Nachrichtenportal „The Pioneer". Er kündigte an, Strafanzeige zu erstatten und die Sache seinem Anwalt zu übergeben.

Meyer-Soltau weist das entschieden zurück: **„Ich bestreite den erhobenen Vorwurf."** Sein Konter sitzt: Helferich habe bei der Aufstellungsversammlung eine „krachende Niederlage" erlitten und suche nun offenbar anderswo Genugtuung. Fest steht bislang nur: Aussage steht gegen Aussage. Was tatsächlich vorgefallen ist, dürften am Ende die Ermittlungsbehörden klären müssen – nicht die Empörungsspirale in den sozialen Medien.

**Vorwurf Nummer zwei: Drohung vor der Stichwahl**

Brisanter ist der zweite Vorwurf, den VOLKSMUT bereits aus Marl gemeldet hatte: Ein Redner behauptete während der laufenden Abstimmung, **ein Mitglied des Landesvorstands sei durch die Reihen gegangen und habe einem Wuppertaler Landtagsabgeordneten mit dem Fraktionsausschluss gedroht**, sollte sich keine zusätzliche Stimme für Klaus Esser finden lassen. Sollte das zutreffen, wäre das keine Petitesse, sondern der Vorwurf einer organisierten Wahlmanipulation innerhalb der eigenen Partei. Bislang handelt es sich aber – das muss man fairerweise sagen – um eine unbewiesene Behauptung eines einzelnen Delegierten.

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**Selbst Weidel kann nicht mehr wegsehen**

Dass sich die Bundespartei zu Landesinterna äußert, ist selten – hier tut sie es trotzdem. Der Sprecher von Parteichefin Alice Weidel, Daniel Tapp, kommentierte gegenüber „The Pioneer": **„Es ist traurig, wenn man die Leute an Mindeststandards sozialer Kommentare erinnern muss."** Und weiter: **„Das findet Frau Weidel nicht gut. Dazu dürfte es nicht kommen."**

Bemerkenswert: Weidel selbst äußert sich nicht persönlich, sondern lässt ausschließlich ihren Sprecher sprechen. Das wirkt weniger nach Zufall als nach Kalkül. Der Konflikt in NRW ist längst zu groß geworden, um ihn zu ignorieren – gleichzeitig will die Bundesspitze offenbar unbedingt vermeiden, selbst zur Partei in einem Richtungsstreit zu werden, der zwischen dem Chrupalla-nahen Vincentz-Lager und dem Weidel-nahen Helferich-Lager tobt. Wer sich hier klar positioniert, riskiert, den eigenen Laden zu spalten. Also schickt man den Sprecher vor – Distanz wahren, Schaden begrenzen, das eigentliche Problem aber ungelöst lassen.

**Was bleibt?**

**Erst Stinkefinger-Vorwürfe und Wahlpannen, jetzt Schubs-Attacken und Drohkulissen: Der NRW-Landesverband liefert seit Marl im Wochentakt neuen Stoff – und die Bundesspitze reagiert nicht mit Aufklärung**, sondern mit vorsichtig formulierten Presseerklärungen aus zweiter Hand. Wer sich als Alternative zum Politikbetrieb der Altparteien verkaufen will, aber die eigenen internen Konflikte nur noch über Anwälte und Presseabteilungen austrägt, hat ein Problem, das größer ist als jeder einzelne Listenplatz.

Für Ulrich Siegmund ist die Selbstzerfleischung in Nordrhein-Westfalen kein zwingender Weltuntergang aber alles andere als Rückenwind. Die AfD in Magdeburg dürfte ein Interesse an einer schnell Streitbelegung haben.

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