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# Atombeschluss von Merz und Macron: Bundeswehr übt erstmals mit französischen Atomstreitkräften
- URL: https://www.volksmut.de/merz-beschliesst-bundeswehr-ubt-jetzt-mit-frankreichs-atomwaffen/
- Published: 2026-07-18T02:08:31.000Z
- Updated: 2026-07-18T02:16:18.000Z
- Description: Deutsche Soldaten üben künftig gemeinsam mit Frankreichs Nuklearstreitkräfte – die Bundesregierung spricht von einem „neuen gemeinsamen Weg" in der Abschreckung.
- Author: David Brough
- Tags: WELT

Zwei Tage Staatsbesuch, ein Milliardenprojekt beerdigt – und ein historischer Schwenk in der deutschen Sicherheitspolitik. Emmanuel Macron war mit seinem gesamten Kabinett zu Gast in Deutschland, offiziell für den 26\. Deutsch-Französischen Ministerrat. Das eigentlich brisante Ergebnis aber lieferte der parallel tagende Sicherheits- und Verteidigungsrat: **Die Bundeswehr wird sich noch in diesem Herbst erstmals an einer Nuklearübung der französischen Streitkräfte beteiligen. Ein Novum in der deutschen Nachkriegsgeschichte.**

Das gemeinsame Kampfjet-Projekt FCAS, jahrelang Prestigeprojekt der deutsch-französischen Rüstungskooperation, ist gescheitert. Statt Krisenmanagement gab es in Nörvenich und Brühl bei Köln handfeste neue Fakten: **Merz und Macron einigten sich auf eine vertiefte nukleare Kooperation**, die den Bruch offenbar überstrahlen soll. Symbolträchtig genug: Schon am Vortag des Gipfels flogen zwei französische Rafale-Kampfjets gemeinsam mit zwei deutschen Eurofightern und einem französischen Tankflugzeug eine erste Luftbetankungsübung – vom Fliegerhorst Nörvenich aus.

### WAS DIE BUNDESWEHR WIRKLICH ÜBT

Wichtig für die Einordnung: Von einer Ausbildung an Atomsprengköpfen ist offiziell nicht die Rede. Laut der Erklärung des Sicherheits- und Verteidigungsrats beteiligen sich deutsche Soldaten **„im konventionellen Bereich"** – sprich als Begleitschutz, bei Luftbetankung und Koordination – an Frankreichs Nuklearübungen. Die erste Trainingsmission verlief laut Bundeswehr sogar ausdrücklich **„ohne nukleare Bewaffnung"**. Kanzler Merz nannte die Kooperation **„komplementär zu unserer nuklearen Teilhabe... in der Nato, an der wir festhalten"** – Deutschland bleibt also formal im US-Schutzschirm, baut aber parallel eine zweite Schiene zu Paris auf.

### „NEUER GEMEINSAMER WEG" IN DER ABSCHRECKUNG

Auf der Pressekonferenz wurde Merz deutlich: **„Wir schlagen in der Abschreckung einen neuen gemeinsamen Weg ein."** Eine neu geschaffene strategische Steuerungsgruppe soll künftig entscheiden, **„mit welchem Mix an Fähigkeiten"** die gemeinsame Abschreckung ausgebaut wird. Ob Frankreich seine Atomwaffen irgendwann selbst nach Deutschland verlegt, ließ Macron offen – stellte aber klar: Finanzieren wird Paris sein Arsenal weiterhin allein.

### NICHT GANZ SO NEU, WIE ES KLINGT

Ganz aus dem Nichts kommt der Schritt nicht: Bereits im **März 2026** hatten Merz und Macron in einer gemeinsamen Erklärung eine „konventionelle Teilnahme Deutschlands an französischen Nuklearübungen" grundsätzlich vereinbart – Grundlage war der Ministerrat von Toulon im August 2025\. Der Gipfel in Brühl und Nörvenich hat diese Absicht nun mit Termin (Herbst 2026), Ort und erster Übung konkretisiert.

Deutschland rückt sicherheitspolitisch näher an Paris heran, ohne die Nato-Bindung offiziell aufzugeben. Ob aus der „komplementären" Zusammenarbeit langfristig mehr wird – etwa eine echte nukleare Teilhabe mit Frankreich, wie sie mit den USA seit Jahrzehnten besteht – bleibt die eigentliche Machtfrage der kommenden Legislaturperiode.