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# Zeit für weniger Toleranz: Wie Europa die Islamisierung selbst verrechtlicht
- URL: https://www.volksmut.de/islamisierung-2/
- Published: 2026-09-11T15:58:24.000Z
- Updated: 2026-09-11T15:58:24.000Z
- Description: Islamisierung geschieht nicht nur auf der Straße. Sie geschieht auch dort, wo religiös-politische Ansprüche schrittweise in staatliche Institutionen, politische Entscheidungen und rechtliche Maßstäbe Eingang finden. Europa verwechselt dabei zunehmend Toleranz mit Selbstaufgabe.
- Author: David Brough
- Tags: ISLAMISIERUNG, MEINUNG, #dropcap, #toc

Islamisierung wird in Europa häufig erst dann als Gefahr erkannt, wenn sie offen auftritt: wenn Prediger den Rechtsstaat ablehnen, Organisationen die Demokratie bekämpfen oder auf der Straße die Errichtung eines Kalifats gefordert wird.

Doch die entscheidende Veränderung beginnt oft früher. Sie beginnt dort, wo islamistische oder religiös-politische Ansprüche nicht mehr als Gegenstand einer offenen gesellschaftlichen Auseinandersetzung behandelt werden, sondern als Forderungen, denen der Staat besondere Rücksicht schuldet. Dort, wo aus einer religiösen Überzeugung ein rechtlicher Anspruch wird. Dort, wo die Mehrheitsgesellschaft ihre eigenen Regeln erklären, rechtfertigen und zunehmend relativieren muss. **Das ist die Verrechtlichung der Islamisierung.**

## Die stille Veränderung der Ordnung

Islamisierung ist nicht nur eine Frage von Moscheen, Kopftüchern oder dem Anteil muslimischer Einwohner. Sie ist auch eine Frage der politischen und rechtlichen Ordnung.

Sie zeigt sich dort, wo religiöse Empfindlichkeiten zu einem Maßstab werden, an dem sich die Freiheit anderer ausrichten soll. Dort, wo Kritik an religiösen Vorstellungen nicht mehr als legitimer Bestandteil einer offenen Gesellschaft gilt, sondern als besonderer Schutzfall behandelt wird. Dort, wo Institutionen aus Angst vor Konflikten beginnen, ihre eigenen Regeln zurückzunehmen.

Eine Gesellschaft kann ihre kulturelle Identität nicht allein dadurch bewahren, dass sie ihre Verfassung auf dem Papier stehen lässt. Sie muss auch bereit sein, deren Grundsätze im Alltag durchzusetzen.

Der Rechtsstaat ist kein neutrales Vakuum. Er beruht auf Voraussetzungen: auf der Gleichheit aller vor dem Gesetz, auf individueller Freiheit, auf der Trennung von Religion und staatlicher Herrschaft und auf dem Recht, auch religiöse Überzeugungen zu kritisieren.

Wer diese Voraussetzungen relativiert, verändert nicht nur einzelne Regeln. Er verändert die Ordnung selbst.

## Der Staat darf sich nicht selbst entwaffnen

Besonders problematisch wird es, wenn der Staat islamistische Organisationen oder Akteure nicht mehr nach ihren politischen Zielen beurteilt, sondern vor allem danach, ob sie sich innerhalb der jeweils geltenden rechtlichen Grenzen bewegen.

Denn der Islam ist nicht erst dann relevant, wenn er offen zur Gewalt aufruft. Er kann auch als politisches Projekt auftreten, das langfristig eine Gesellschaft nach religiösen Normen umgestalten will.

Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist. Aber nicht jeder Muslim wird dadurch harmlos, dass er seine Ziele zunächst mit politischen, gesellschaftlichen oder rechtlichen Mitteln verfolgt. Eine Demokratie muss deshalb unterscheiden können zwischen dem Schutz religiöser Freiheit und der Förderung politischer Bewegungen, die diese Freiheit langfristig einschränken wollen.

Sie darf nicht den Fehler machen, jede Forderung nach religiöser Sonderbehandlung als Ausdruck von Vielfalt zu feiern. 

**Islamisierung beginnt dort, wo eine Gesellschaft ihre eigenen Grundsätze nicht mehr selbstbewusst vertritt, sondern sie zunehmend an die Ansprüche einer religiösen Ideologie anpasst.**

Und sie wird verrechtlicht, wenn aus dieser Anpassung nicht mehr nur eine politische Entscheidung, sondern ein rechtlicher Maßstab wird. Europa muss deshalb nicht weniger tolerant werden. Es muss wieder wissen, **wo Toleranz endet und Selbstaufgabe beginnt.**