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# Gewählt – und jetzt raus: AfD-Ratsherr verliert sein Mandat
- URL: https://www.volksmut.de/gewahlt-und-jetzt-raus-afd-ratsherr-verliert-sein-mandat/
- Published: 2026-09-28T16:49:31.000Z
- Updated: 2026-09-28T16:49:31.000Z
- Author: VOLKSMUT REDAKTION
- Tags: REPUBLIK

**Ein Jahr nach der Wahl soll ein gewählter AfD-Fraktionschef seinen Sitz im Stadtrat verlieren. In Stolberg geht es um den Wohnsitz von Andreas Klöcker – und um die Frage, ob ein Mandat nach einer Wahl nachträglich entzogen werden kann. Die AfD spricht von einem politischen Vorgehen. Jetzt landet der Streit vor Gericht.**

Andreas Klöcker wurde am 14\. September 2025 von den Bürgern in Stolberg in den Stadtrat gewählt. Ein Jahr später ist er politisch praktisch vor die Tür gesetzt: Der Stadtrat hat am 22\. September den Verlust seines Mandats festgestellt. Bis zur rechtlichen Klärung darf der AfD-Fraktionschef nicht mehr an Ratssitzungen und Ausschüssen teilnehmen.

### **Die AfD spricht von einer Eskalation**

Der Vorwurf der Stadt ist auf den ersten Blick unspektakulär, politisch aber explosiv: Klöcker soll zum Zeitpunkt der Kommunalwahl nicht die notwendigen Voraussetzungen für seine Wählbarkeit erfüllt haben. Im Mittelpunkt steht sein tatsächlicher Wohnsitz.

Klöcker besitzt eine Immobilie im belgischen Kelmis. Gleichzeitig soll er bei seinen Eltern in Stolberg gewohnt haben. Besonders brisant: Eine zunächst vorgelegte Wohnungsgeberbescheinigung soll als Einzugsdatum den 26\. August 2025 genannt haben – gerade einmal 19 Tage vor der Wahl. Später wurde erklärt, Klöcker habe dort bereits seit dem 25\. Februar 2025 gewohnt.

Die Stadt sieht darin erhebliche Widersprüche. Klöcker weist die Vorwürfe zurück. Sein Lebensmittelpunkt habe in Stolberg gelegen, die Immobilie in Belgien sei ein Feriendomizil der Familie.

### Klöckner **verteidigt sich**

Für Klöcker ist die Sache deshalb längst mehr als ein Streit um eine Meldebescheinigung. Er wirft den Verantwortlichen vor, ihn als AfD-Fraktionsvorsitzenden politisch aus dem Rat drängen zu wollen. Die AfD spricht von einem Vorgehen, das die Entscheidung der Wähler nachträglich infrage stelle.

"Für die Stolberger Verwaltung und den Bürgermeister dürfte es wesentlich schwieriger sein, das aus meiner Sicht über mehr als ein Jahr aufgebaute „Lügenkonstrukt“ aufrechtzuerhalten, als es für mich ist, heute schlicht die Wahrheit auszusprechen", erklärt Klöcker in einer offiziellen Stellungnahme.

„Lügen haben kurze Beine.“ Und: „Die Lüge ist schon zweimal um die Welt, während sich die Wahrheit noch die Schuhe anzieht", erklärt Klöcker weiter. Und genau hier wird der Fall brisant: Die Bürger haben gewählt, doch ein Jahr später sitzt der von ihnen gewählte AfD-Politiker nicht mehr im Rat.

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### Eilantrag vor Verwaltungsgericht

**Jetzt muss das Verwaltungsgericht klären, ob der Mandatsentzug rechtmäßig ist.** Damit steht mehr auf dem Spiel als der Sitz eines einzelnen Kommunalpolitikers. Der Fall berührt eine grundsätzliche Frage der Demokratie: Wie weit darf eine Behörde beziehungsweise ein Rat gehen, wenn nach einer Wahl Zweifel an der Wählbarkeit eines Gewählten entstehen?

Die politische Dimension ist dabei unübersehbar. Die AfD sitzt in Stolberg nicht mehr nur als Partei im Streit mit ihren politischen Gegnern – jetzt kämpft ihr Fraktionschef um seinen eigenen Sitz. Die endgültige Antwort darauf gibt nicht der Stadtrat. Sie muss das Gericht geben.