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# Ex-DDR-Häftling warnt: „Die Gefahr von Links ist weitaus höher als die von Rechts“
- URL: https://www.volksmut.de/ex-ddr-haftling-warnt-die-gefahr-von-links-ist-weitaus-hoher-als-die-von-rechts/
- Published: 2026-10-16T11:48:17.000Z
- Updated: 2026-10-16T12:14:30.000Z
- Description: Nach dem Wahlerfolg der Linken in Berlin und dem AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt spricht DDR-Zeitzeuge Matthias Härtel in einem zweiten Gespräch mit VOLKSMUT-Gründer David Brough über islamistische Linke, die AfD und Frieden für Ukraine und Russland.
- Author: David Brough
- Tags: REPUBLIK, #dropcap

Matthias Härtel saß in Bautzen in Haft. Im Gespräch erklärt er, warum er die Linke für gefährlich hält, wie er die AfD einordnet und weshalb er jungen Menschen empfiehlt, sich mit der DDR-Geschichte auseinanderzusetzen.

**Ich freue mich, dass Sie erneute für Fragen zur Verfügung stehen**. **Herzlichen Dank**.**Herr Härtel, unser** [**letztes Gespräch**](https://www.volksmut.de/der-sed-staat-sperrte-ihn-in-bautzen-ein-matthias-hartel-uber-reichinneks-sozialismus-derselbe-mist-nur-schoner-verpackt/) **hat sehr viele Leser erreicht. Hat Sie diese Resonanz überrascht – und welche Reaktionen haben Sie am meisten beschäftigt?**

Ja, das überrascht mich, aber auch wieder nicht, denn ich habe das Gefühl das gerade das Thema DDR wieder zunehmend mehr ins Bewußtsein der Menschen rückt und am meisten erstaunen mich immer wieder die teilweise hasserfüllten Reaktionen von Menschen mir gegenüber.

**In Berlin ist die Linke am 20\. September mit 25,7 Prozent erstmals in einem Bundesland stärkste Kraft geworden. Eine Regierung mit Grünen und SPD ist rechnerisch möglich. Die Linke geht aus der SED hervor. Was hat dieses Ergebnis bei Ihnen ausgelöst?**

Zum einen Entsetzen über die Dummheit der zu meist jungen Wähler, die auf die utopischen Versprechen der Linken rein gefallen sind. Und zum Anderen habe ich noch die Hoffnung, das sich die SPD und die Grünen besinnen, mit der CDU zusammen gehen und die Linke so ausbooten. Auch wenn diese Hoffnung sehr gering ist.

**Teile der Partei verweisen auf eine eigene Aufarbeitung der SED-Zeit. Reicht das aus Ihrer Sicht – und was müsste geschehen, damit Sie der Linken in diesem Punkt glauben?**

Mir ist nichts über diese angebliche Aufarbeitung bekannt und ich glaube der Linken überhaupt nichts, egal was sie in dieser Beziehung von sich gibt.

**Heidi Reichinnek sagte 2025 im Stern: „Das in der DDR war kein Sozialismus.“ Die DDR-Verfassung bezeichnete den Staat ausdrücklich als sozialistisch. Wie wirkt eine solche Aussage auf jemanden, der in Bautzen saß?**

Frau Reichinnek hat, als es mit der DDR zu Ende ging, noch in die Windeln gemacht. Was will man von der Frau also auch anderes erwarten? Sie ist völlig ahnungslos, was Sozialismus in „all seinen Formen“ wirklich bedeutet.

**Bei den 16- bis 24-Jährigen kommt die Linke in Berlin auf rund 43 Prozent. Was fasziniert junge Menschen an dieser Partei – und was wissen sie aus Ihrer Sicht nicht über die DDR?**

WISSEN ist genau das Problem der heutigen Jugend, denn sie wissen schlichtweg überhaupt nichts mehr über die DDR und vor allem nicht über die Grundlagen des Sozialismus, in dem der Mensch als Individum nichts und das Kollektiv alles ist. Ich hoffe das sie den Unterschied nie erfahren müssen.

**Gegen Teile der Linken werden Antisemitismusvorwürfe erhoben. Wie bewerten Sie es, dass eine Partei mit SED-Wurzeln in Berlin Regierungsverantwortung anstrebt, während diese Vorwürfe im Raum stehen?**

Der Antisemitismus war eine latente Nebenerscheinung der SED und überhaupt nichts neues, denn auch er stammt aus DDR Zeiten, wo die PLO und der Massenmörder Arafat von der DDR massiv unterstützt wurden. Heute „leben“ die Linken in Gegensatz zu früher, ihren Antisemitismus ganz offen aus und feiern sich auch noch selbst dafür. Was für eine Schande für unser Land.

**Die Linke wirbt im Berliner Wahlkampf mit der Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne. Sie haben Enteignung in der DDR und die Eigentumsfragen nach der Wende selbst erlebt. Wie blicken Sie auf diese Forderung?**

Diese Forderungen sind einfach lächerlich, das sie zum einen gegen das Grundgesetz verstoßen und falls sie dennoch Erfolg haben sollten, Entschädigungszahlungen und weitere Folgekosten verursachen würden, die in die zig Milliarden gehen würden. Was die Linke dann damit gewonnen hätte, scheint sich nur ihr selbst zu erschließen. Die Mieten könnten dann sogar steigen.

**Manche bestreiten, dass es ein linkes Pendant zum Rechtsextremismus gibt. Das Schwarzbuch des Kommunismus beziffert die Opfer kommunistischer Regime auf rund 100 Millionen, wobei die Zahl umstritten ist. Was sagen Sie Menschen, die linken Extremismus kleinreden – und wie sollte sich eine Demokratie dagegen wappnen?**

Die Zahlen sind weitaus höher und ich weiß wirklich nicht, wie viele linksextremistische Anschläge es noch in diesem Land geben muss, bevor die Bevölkerung aufwacht? Und es wird höchste Zeit, dass vor allem unsere Justiz aufwacht und linksextreme Anschläge mit der gebotenen Härte verfolgt und die Täter aburteilt.

**Sie haben eine Diktatur von links erlebt. Wie gewichten Sie die Gefahren für die Demokratie von links und von rechts heute?**

Die Gefahr von Links ist weitaus höher, als die von Rechts, denn die Linke will unser kapitalistisches System abschaffen, was ich bei den Rechten so aber nicht erkennen kann.

**In Sachsen-Anhalt hat die AfD am 6\. September mit 43,8 Prozent gewonnen. Wochen zuvor sangen AfD-Chef Chrupalla und Spitzenkandidat Siegmund bei einer Veranstaltung Teile der DDR-Hymne mit, die AfD spricht von einem Kabarettauftritt. Die SED-Opferbeauftragte nannte das eine Verharmlosung. Wie erklären Sie sich diese Bilder?**

Ich habe mir besagte Szene mehrfach angeschaut und komme zu dem Schluss, dass es schlicht ein Missverständnis war und es dann von den linken Medien genussvoll ausgeschlachtet wurde.

![](https://storage.ghost.io/c/68/9e/689eae0c-2a3a-4819-baa1-ea9828721197/content/images/2026/10/VOLKSMUT--X-Post-Werbegrafik-4.png)

**Ist das Ergebnis in Sachsen-Anhalt auch eine Spätfolge der Nachwendezeit – von Treuhand, Arbeitsplatzverlust und dem Gefühl, nicht gehört zu werden?**

Mit Sicherheit war es in großen Teilen eine reine Protestwahl der Bevölkerung, die ganz einfach – um es auf Deutsch zu sagen – die Schnauze voll hat, von einer Regierung die viel versprochen, aber absolut nichts getan hat.

**DDR-Nostalgie begegnet einem bei Anhängern ganz unterschiedlicher Parteien. Woher kommt sie, und wie gehen Sie als Zeitzeuge damit um?**

Sehr gelassen, denn ich kenne ja die Hintergründe und mit zunehmenden Alter verklärt man nun mal die Vergangenheit. Das ist nicht nur im Osten so, sondern auch in der Bundesrepublik, wo man begeistert die starke D – Mark und die goldenen 80er Jahre feiert.

**Die CDU in Sachsen-Anhalt schließt eine Koalition mit der AfD aus. Halten Sie das für richtig?**

Politisch gesehen kann es nur konsequent sein, wenn man sich nun mal eine Brandmauer auferlegt hat. Aber wie wir ja schon oft gesehen haben, bricht diese Mauer Stück für Stück ein, auf kommunalpolitischer Ebene ja schon lange und nun ja auch im Landtag, wo es bereits die ersten Überläufer gibt.

**Man kann Sie schwer einem politischen Lager zuordnen. Sehen Sie das Schicksal der Republik bei irgendeiner Partei in besseren Händen?**

Nein, denn mir ist eine Partei der Mitte verloren gegangen, da alle Parteien entweder scharf nach links verrutscht sind, oder eben eine scharf nach Rechts.

**Die AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau stand unter dem Thema Frieden. Im Osten ist die Skepsis gegenüber Waffenlieferungen an die Ukraine besonders groß. Wo stehen Sie im Ukrainekrieg – und warum?**

Ich stehe ganz klar auf der Seite der Ukrainer, denn Putin hat sie angegriffen und nicht anders herum. Putin könnte diesen Krieg sofort beenden, tut es aber nicht, da er immer noch glaubt einen Sieg erringen zu können. Die Opfer auf beiden Seiten gehen in die Hunderttausende und ich hoffe, dass sich das russische Volk aus diesem Alptraum befreien kann.

**Viele sehen Deutschland vor einer Lagerbildung: Berlin links, Sachsen-Anhalt rechts. Ist das für Sie Chance oder Risiko – und was sagt jemand, der in einem System ohne zweites Lager gelebt hat?**

Die Linke in Berlin wird – falls sie an die Macht kommt – eine Katastrophe verursachen und sich somit selbst demontieren. Die AFD ist wie eine Schatztruhe, denn da sie noch nie in Regierungsverantwortung war, weiß niemand was drinnen ist. Diese Lagerbildung gab es in der Bundesrepublik ja schon immer, nur eben nicht so extrem. Wie sagte Franz Josef Strauss mal so treffend: „ Rechts der CSU darf es nichts geben“ und genau das ist heute nicht mehr so.

**Sie haben erlebt, was es heißt, nicht frei sprechen zu dürfen. Gibt es heute Entwicklungen, die Sie daran erinnern – und wo ziehen Sie die Grenze zu Vergleichen, die das DDR-Unrecht verharmlosen würden?**

Nun wir alle wissen, wie Menschen heute vor allem im Internet verfolgt werden, nur weil irgendjemanden ihre Meinung nicht passt. Grenzen gibt es natürlich, denn wenn jemand behauptet, das die DDR – Flüchtlinge die an der Grenze erschossen wurden „selber Schuld sind“ denn sie hätten ja gewusst, was sie dort erwartete, dann ist auch bei mir Schluss mit der Toleranz.

**Was raten Sie einem jungen Menschen, der sich politisch engagieren möchte?**

Momentan – so traurig es klingt – rate ich ihnen sich in der kommunalen Politik, also vor Ort bei ihnen zu Hause, zu engagieren. Also wenn da eine Partei wirklich „liefert“, was aber eben auch sehr selten der Fall ist.

**Wenn Sie einem 20-Jährigen, der Linke gewählt hat, und einem, der AfD gewählt hat, je einen Satz über die DDR mitgeben könnten – wie lauten diese Sätze?**

Dem Linkswähler sage ich, schau dir mal das Stasi – Gefängnis in Hohenschönhausen in Berlin an und dann überlege in Zukunft ganz genau, was du wählst.

Und die selbe Empfehlung würde ich dem AFD Wähler geben, denn so groß waren die Unterschiede zwischen den beiden Diktaturen auf deutschem Boden ja nicht.

****Über Matthias Härtel**: Matthias Härtel (@[https://x.com/MatthiasHartel](https://x.com/MatthiasHartel?ref=volksmut.de)) wurde 1960 in Görlitz geboren und wuchs in Zwickau auf. 1983 wurde er verhaftet und war acht Monate in Bautzen inhaftiert. 1984 reiste er nach Bayern aus, wo er seine spätere Frau kennenlernte, die zuvor im DDR-Frauengefängnis Hoheneck inhaftiert gewesen war. Heute arbeitet er als Zeitzeuge und Autor und schreibt über DDR-Alltag, politische Haft und die Folgen der SED-Diktatur  
  
Persönliche Erinnerungen und Informationen zu seinen Büchern finden Sie auf der Website von Matthias Härtel: [https://zeitzeugen-ddr.de](https://zeitzeugen-ddr.de/?ref=volksmut.de)  
  
***Hinweis der Redaktion:** *Die Antworten wurden ausschließlich in Rechtschreibung und Zeichensetzung behutsam redigiert. Politische Wertungen und Tatsachenbehauptungen in den Antworten geben Matthias Härtels persönliche Einschätzung wieder.*