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# „CSU hat ihre Prinzipien verraten“ – Ortsvorsitzender Krey erklärt Parteiaustritt
- URL: https://www.volksmut.de/die-csu-hat-ihre-prinzipien-verraten-ortsvorsitzender-krey-erklart-parteiaustritt/
- Published: 2026-08-19T13:11:14.000Z
- Updated: 2026-08-19T15:01:00.000Z
- Description: Krey glaubte lange an die Erneuerung von innen. Der ehemalige Kommunalpolitiker beschreibt in seinem VOLKSMUT-Gastbeitrag den Verlust seiner politischen Heimat.
- Author: Gastautor
- Tags: MEINUNG, #dropcap, #toc

Die Union versprach ihren konservativen Mitgliedern immer wieder einen politischen Kurswechsel. Alexander Krey glaubte lange an die Erneuerung von innen. Nun hat der ehemalige CSU-Kommunalpolitiker seinen Austritt erklärt. Sein persönlicher Abschied steht für eine Entfremdung, die weit über einen einzelnen Parteiverband hinausreicht.

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## Abschied von einer politischen Heimat

Am vergangenen Freitag habe ich schweren Herzens meinen Austritt aus der CSU erklärt. Aus einer Partei, die für mich nie bloß eine politische Organisation war. Die CSU war ein Bekenntnis zu einer freiheitlichen und bürgerlichen Politik mit sozialem Gewissen. Für einen jungen Konservativen war sie der Inbegriff jener politischen Tradition, die untrennbar mit Franz Josef Strauß verbunden ist.

Diese Partei habe ich geliebt. Aber am Ende steht zuerst das Land – und erst danach die Partei.

Mein Eintritt in die CSU erfolgte im Januar 2016 unter Horst Seehofer. Seine Begrüßungskarte wird auch weiterhin auf der Kommode hinter meinem Schreibtisch stehen. Sie erinnert mich an die Hoffnung, mit der ich damals Mitglied geworden bin.

Seehofer verstand den Vorsitz der CSU noch als Auftrag, unterschiedliche politische Strömungen rechts der Mitte zusammenzuführen. Er war kein reiner Wirtschaftsliberaler und kein ideologischer Hardliner. Er war ein Sozialkonservativer, der wusste, dass eine Volkspartei nur bestehen kann, wenn sie ihre verschiedenen Flügel nicht gegeneinander ausspielt.

Sein Widerstand gegen die unkontrollierte Grenzöffnung bleibt unvergessen. Ebenso die Erfahrung, wie schnell selbst innerparteilicher Widerspruch verächtlich gemacht wird, sobald er die politischen und medialen Gewissheiten dieser Republik infrage stellt.

## Die Hoffnung auf Veränderung von innen

Meine feste Überzeugung lautete immer: Veränderung muss von innen kommen. Wer eine Partei vorschnell verlässt, überlässt sie jenen, die ihren Kurs verändern wollen. Deshalb blieb ich. Deshalb hielt ich Widersprüche aus. Und deshalb glaubte ich immer wieder den Versprechen, nach der nächsten Wahl, dem nächsten Parteitag oder dem nächsten personellen Wechsel werde die Union zu ihren Grundsätzen zurückkehren.

Man hält sich lange an solchen Versprechen fest. Wahrscheinlich länger, als man sich später selbst eingestehen möchte.

Doch aus einzelnen Enttäuschungen ist ein politisches Muster geworden. Die Union wirbt mit konservativen Positionen, wenn sie konservative Stimmen benötigt. Anschließend werden diese Positionen abgeschwächt, vertagt oder preisgegeben. Zurück bleibt eine Basis, die den nächsten Besserungsversprechen glauben soll.

Dabei geht es nicht allein um Migration, obwohl der Kontrollverlust an den Grenzen für viele Mitglieder einen entscheidenden Bruch darstellt. Es geht um eine grundsätzliche Unfähigkeit, Probleme rechtzeitig zu erkennen und unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Deutschland benötigt seit Jahrzehnten eine tragfähige Rentenreform. Die demografische Entwicklung war weder unbekannt noch überraschend. Trotzdem wurde das Problem von Bundesregierung zu Bundesregierung weitergereicht. Jede Generation politischer Verantwortungsträger fand einen neuen Grund, die notwendige Reform abermals zu verschieben.

Heute ist die Rente eine der größten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unseres Landes. Trotzdem fehlt noch immer der Mut, den Menschen die Wahrheit zu sagen. Eine konservative Partei müsste Verantwortung gegenüber kommenden Generationen übernehmen. Sie dürfte sich nicht darauf beschränken, den nächsten Wahltermin zu überstehen.

## Die Union versteht ihre eigene Basis nicht mehr

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Manfred Weber (links) und Alexander Krey. Quelle: Instagram

Ich könnte an dieser Stelle sämtliche Verfehlungen der vergangenen Monate aufzählen. Doch mein Austritt ist nicht die Reaktion auf eine einzelne Abstimmung, einen einzelnen Kompromiss oder eine einzelne Person.

Er ist das Ergebnis eines verlorenen Vertrauens.

Bis zuletzt habe ich gehofft, dass die Verantwortlichen in der Union erkennen, wie groß die Entfremdung innerhalb ihrer eigenen Reihen geworden ist. Doch inzwischen drängt sich ein ernüchternder Eindruck auf: Die führenden Vertreter der Union verstehen ihre eigene Basis noch weniger, als die Basis ihre Parteiführung versteht.

Sie betrachten konservative Mitglieder nicht mehr als Fundament ihrer Partei, sondern zunehmend als Störung ihrer politischen Bewegungsfreiheit. Man erwartet ihre Stimmen, ihre Mitgliedsbeiträge und ihren Einsatz im Wahlkampf. Ihre politischen Überzeugungen hingegen werden zur Verhandlungsmasse.

Eine Partei kann Kompromisse schließen. Sie kann ihre Mitglieder aber nicht dauerhaft mit einem Politikwechsel an die Wahlurnen führen, um anschließend die Politik fortzusetzen, gegen die sie gewählt wurde. Irgendwann verliert nicht nur ein einzelnes Versprechen seine Glaubwürdigkeit. Irgendwann verliert die gesamte Partei das Vertrauen jener Menschen, die sie jahrelang getragen haben.

## Zuerst das Land, dann die Partei

Der Austritt aus einer politischen Heimat fällt nicht leicht. Gerade deshalb sollte die Union nicht jeden Abschied als persönliche Kränkung, Ungeduld oder mangelnde Kompromissbereitschaft abtun.

Wenn langjährige Mitglieder gehen, verliert eine Partei nicht nur einen Namen in ihrer Kartei. Sie verliert Vertrauen, Erfahrung und Menschen, die einmal bereit waren, für ihre Überzeugungen einzustehen.

Ich gehe nicht im Zorn. Ich gehe mit Enttäuschung – und mit der Erkenntnis, dass Loyalität keine Einbahnstraße sein darf.

Ich könnte die CSU niemals verlassen.

Aber sie hat ihre Prinzipien vergessen und mich politisch heimatlos gemacht.

**Alexander Krey**

****Über den Gastautor**: Alexander Krey, 30, ist Diplom-Finanzwirt und Verwaltungsbeamter. Er leitet die Kommunale Abfallwirtschaft und engagiert sich bei der Feuerwehr sowie beim VdK in Ebersdorf. Bis zu seinem Austritt war er Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Ebersdorf. Auf X ist er unter [@KreyAlex](https://x.com/KreyAlex?ref=volksmut.de) zu finden.