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# CSDs, Anti-Rassismus, Kampf gegen Rechts: Dafür gibt der Staat Millionen
- URL: https://www.volksmut.de/csds-anti-rassismus-kampf-gegen-rechts-dafur-gibt-der-staat-millionen/
- Published: 2026-11-07T05:41:48.000Z
- Updated: 2026-11-07T05:41:48.000Z
- Author: VOLKSMUT REDAKTION
- Tags: KULTURKAMPF, #dropcap, #toc

**Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt bundesweit queere Veranstaltungen, Projekte zur Migration, antifeministische Strukturen und politische Bildungsarbeit. Millionenbeträge aus öffentlichen Mitteln fließen in die Arbeit der Organisation.**

Die Amadeu Antonio Stiftung gehört zu den bekanntesten Organisationen im Bereich der Demokratieförderung in Deutschland. Sie unterstützt Vereine, Initiativen und Bildungseinrichtungen finanziell, organisiert eigene Projekte und betreibt politische Bildungs- und Forschungsarbeit. Doch welche Vorhaben erhalten tatsächlich Geld? Ein Blick in die veröffentlichten Förderübersichten und Jahresberichte zeigt, wie breit das Tätigkeitsfeld der Stiftung inzwischen ist.

## Von Christopher Street Days bis zu Kampagnen gegen Rechtsextremismus

Die Förderkriterien der Stiftung sind eindeutig: Unterstützt werden Projekte, die sich gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus richten. Auch antifeministische und queerfeindliche Positionen werden ausdrücklich als Themen genannt, gegen die sich geförderte Initiativen engagieren sollen.

Wie das konkret aussieht, zeigt die Projektübersicht für 2026\. Die Stiftung unterstützt unter anderem Christopher Street Days in zahlreichen Städten. Dazu gehören Veranstaltungen in Sonneberg, Pirna, Wittenberg, Sangerhausen und Wismar. In Heidelberg wird ein Sicherheitsnetzwerk für queere Veranstaltungen gefördert. Ehrenamtliche sollen dort für Sicherheitsaufgaben, Erste Hilfe und den Umgang mit diskriminierenden Vorfällen geschult werden.

Auch die Arbeit gegen sogenannte antifeministische Einstellungen gehört zum Förderportfolio. In Brandenburg werden beispielsweise Jugendliche durch Spoken-Word-Workshops dazu ermutigt, sich mit Geschlechterrollen, Antifeminismus und Diskriminierung auseinanderzusetzen. In Landsberg am Lech unterstützt die Stiftung ein Theaterprojekt für queere und behinderte Menschen, das gesellschaftliche Ausgrenzung und Verschwörungserzählungen thematisiert.

Daneben finanziert die Organisation Projekte zur Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, Workshops gegen Rassismus an Schulen und Initiativen zur stärkeren politischen Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte. Auch Projekte gegen Hass im Internet und Verschwörungserzählungen gehören zum Spektrum.

Ein Beispiel aus dem Jahr 2024 war das Bündnis „Happy Monday“ in Bautzen. Mehr als 50 Initiativen organisierten mit Unterstützung der Stiftung Demokratiefeste mit Kunst, Kultur, Sport und Konzerten. Das erklärte Ziel: den öffentlichen Raum der rechtsextremen Montagsdemonstration entgegenzustellen.

## Millionen aus öffentlichen Kassen

Besonders interessant ist die Finanzierung. Für das Jahr 2024 weist die Stiftung in ihrem Jahresbericht rund 510.000 Euro für die Förderung von 229 lokalen Projekten aus. Insgesamt waren 497 Förderanträge eingegangen. Die durchschnittliche Fördersumme lag bei rund 1.740 Euro.

Davon zu unterscheiden ist die Finanzierung der übergeordneten Arbeit der Stiftung. Im Jahresbericht 2024 nennt sie 9,1 Millionen Euro an staatlicher Förderung und institutionellen Zuwendungen für die Durchführung von mehr als 40 Projekten, Kampagnen und Forschungsarbeiten. Hinzu kamen 3,2 Millionen Euro an Spendeneinnahmen.

Auch die Bundesmittel lassen sich beziffern: Nach Angaben der Bundesregierung flossen 2024 insgesamt 2.954.816,75 Euro aus dem Bundeshaushalt an die Amadeu Antonio Stiftung. Für 2025 beliefen sich die bewilligten Bundesmittel laut einer Antwort der Bundesregierung vom 4\. Mai 2026 auf 3.567.285,77 Euro.

Zu den aus Bundesmitteln geförderten Vorhaben gehörten unter anderem das Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention mit einem Fördervolumen von rund 2,7 Millionen Euro für den Zeitraum 2020 bis 2024 sowie das Projekt „Debunk – Verschwörungstheoretischem Antisemitismus entgegentreten“ mit rund 987.000 Euro. Für „Good Gaming – Well Played Democracy“ wurden im selben Zeitraum rund 985.000 Euro bewilligt.

Die Bundesregierung stellte in einer weiteren Antwort klar, dass sie die Stiftung seit 2015 nicht institutionell finanziert habe. Stattdessen wurden konkrete Projekte gefördert. Außerdem erklärte sie, dass die Verwendungsnachweise entsprechend den gesetzlichen Vorgaben geprüft würden. Bei den bisherigen Prüfungen habe es keine Beanstandungen gegeben.

## Wer entscheidet über die Förderung?

Kleinere Projekte können grundsätzlich von gemeinnützigen Vereinen, Kommunen, Schulen, Religionsgemeinden und weiteren gemeinnützigen Einrichtungen beantragt werden. Die reguläre Höchstsumme liegt bei 2.500 Euro. In Ausnahmefällen sind höhere Beträge möglich.

Finanziert werden können unter anderem Honorare, anteilige Personalkosten, Reisekosten, Raummieten, Öffentlichkeitsarbeit und Sicherheitsmaßnahmen für Veranstaltungen. Die Stiftung entscheidet anhand ihrer eigenen Förderkriterien, welche Vorhaben unterstützt werden.

Damit ist die Amadeu Antonio Stiftung längst mehr als eine Organisation, die lediglich Geld an lokale Initiativen weiterreicht. Sie betreibt eigene Bildungs- und Forschungsprojekte, veröffentlicht politische Analysen und unterstützt bundesweit ein Netzwerk von Initiativen, die ihre ausdrücklich formulierten gesellschaftspolitischen Ziele teilen.