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# Bas lehnt Wahl-Hürden für die AfD ab – will sie aber „mit anderen Mitteln" bekämpfen
- URL: https://www.volksmut.de/bas-lehnt-wahl-hurden-fur-die-afd-ab-will-sie-aber-mit-anderen-mitteln-bekampfen/
- Published: 2026-08-02T17:09:06.000Z
- Updated: 2026-08-02T17:12:17.000Z
- Description: SPD-Chefin verrät im ZDF-Sommerinterview ihre wahre Strategie gegen die stärkste Oppositionskraft – und wird dabei erstaunlich offen
- Author: David Brough
- Tags: REPUBLIK, #video

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Es ist der Moment im ZDF-Sommerinterview, der aufhorchen lässt: Diana Zimmermann fragt SPD-Co-Chefin Bärbel Bas direkt, ob zusätzliche Hürden für die AfD bei Wahlen eine Option seien. Bas' Antwort: Nein – aber nicht, weil sie zimperlich wäre. „Ich will eine Prozenthürden-Diskussion nicht führen. Die SPD muss stärker werden", sagt sie zunächst ausweichend. Dann wird sie konkreter: „Wir müssen die AfD anders bekämpfen, da geht es nicht um Hürden. Die Hürde ist kein Argument gegen die AfD." Auf Nachfrage doppelt Bas nach: **„Das ist eine theoretische Debatte, aber praktisch müssen wir die AfD anders bekämpfen."**

Was nach einer Absage klingt, ist bei genauerem Hinsehen eine Kampfansage: Die SPD-Vorsitzende schließt zwar den einen Weg aus – Wahlrechtshürden – lässt sich aber alle anderen offen. Auf welche „anderen Mittel" sie sich damit konkret festlegt, sagt sie nicht.

Der Ort der Fragerunde ist dabei kein Zufall: Bas empfängt Zimmermann im Stadion des MSV Duisburg, ihrem Herzensverein. Die Ex-Linksaußen-Fußballerin will mit den Bildern eine Botschaft senden – die Frau aus dem Ruhrgebiet kämpft in Berlin gegen das Großkapital. **„Niemand in der SPD kann mit den Umfragewerten zufrieden sein"**, gibt Bas unumwunden zu.

### Die Angst vor Sachsen-Anhalt

Wie ernst es der SPD ist, zeigt der Rest des Interviews. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kämpfe die SPD darum, „deutlich" über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen – Ziel: eine Alleinregierung der AfD verhindern. Auf die Frage, was mit der Parteispitze passiert, sollte das misslingen, bleibt Bas vage: „Das weiß ich doch jetzt noch nicht."

### Koalitions-Schelte aus der eigenen Partei

Dabei brennt es bei der SPD an allen Ecken. Der Unterbezirksvorstand der SPD Bielefeld wirft Bas und Co-Chef Klingbeil in einem Brandbrief vor, in „**historischer Mitverantwortung für diesen Niedergang**" zu stehen – die Rede ist von Beschlüssen, die „sozial unausgewogen, politisch und fachlich falsch sowie innerparteilich unzureichend legitimiert" seien. Bas verteidigt ihren Kurs trotzdem: Ohne SPD drohe ein „nicht mehr aufzuhaltender" neoliberaler Kurs. Ihr Kampfsatz: „Die SPD ist das einzige Stoppschild in dieser Regierung."

### Streit um die Frührente

Auch beim Dauerbrenner Rente knallt es zwischen den Koalitionspartnern. Bas fordert die Union auf, endlich ihre Position zur abschlagsfreien Frührente („Rente mit 63") zu klären – sie selbst sträube sich nicht, das Rentenpaket nochmal aufzuschnüren, wenn das Unionsmeinung wäre: „Das sehe ich aber noch nicht."

### Demokratie nur für die richtigen Parteien?

Nicht nur für Merz als CDU-Vorsitzenden wird die Luft eng – auch die SPD leidet unter Zerfallserscheinungen. Doch bei aller Selbstzerfleischung bleibt eine Konstante: Wenn es gegen die AfD geht, ist man sich in der Berliner Koalition erstaunlich einig – notfalls mit allen Mitteln, nur nicht mit dem Mittel, das eigentlich zählen sollte: bessere Politik.