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# AfD auf Kuschelkurs mit Trump: Jetzt macht die Partei ihre außenpolitischen Pläne öffentlich
- URL: https://www.volksmut.de/afd-auf-kuschelkurs-mit-trump-jetzt-macht-die-partei-ihre-aussenpolitischen-plane-offentlich/
- Published: 2026-11-03T02:36:50.000Z
- Updated: 2026-11-03T02:36:50.000Z
- Author: VOLKSMUT REDAKTION
- Tags: REPUBLIK, #dropcap

**Lob für Washington, Annäherung an Moskau und ein Ende der Ukraine-Hilfen: Die AfD konkretisiert ihre außenpolitische Strategie. Zwei neue Positionspapiere zeigen, wohin die Reise gehen soll.**

Die AfD sucht demonstrativ die Nähe zu Donald Trump. Am Montag stellten die AfD-Außenpolitiker Markus Frohnmaier, Stefan Keuter und Gerold Otten in Berlin zwei Positionspapiere vor, die den außenpolitischen Kurs der Bundestagsfraktion konkretisieren. Die Botschaft: engere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten unter Trump, eine neue Partnerschaft mit Russland und eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik.

Besonders deutlich fällt die Unterstützung für Trumps amerikanische Interessenpolitik aus. Die AfD-Außenpolitiker begrüßen ausdrücklich die Neuausrichtung Washingtons und verteidigen dessen Bestrebungen, den eigenen Einfluss in der westlichen Hemisphäre zu sichern. Maßnahmen mit Bezug zu Venezuela, Kuba, Grönland und dem Panamakanal sowie der Umgang mit China werden in dem Papier als berechtigte Wahrnehmung amerikanischer Interessen eingeordnet. Auch den Kampf der Trump-Regierung gegen eine sogenannte Woke-Ideologie in internationalen Organisationen findet die Partei ausdrücklich unterstützenswert.

Die Begeisterung hat allerdings Grenzen. Washington müsse seine globale Interventionspolitik aufgeben und sich zur Erhaltung Europas als „abendländischen Kulturraum“ bekennen. Auch die Stationierung weiterer US-Raketen auf deutschem Boden lehnt die AfD ab. Eine mögliche Reduzierung amerikanischer Truppen in Deutschland wird dagegen begrüßt. Die Partnerschaft mit Trump soll demnach enger werden, ohne dass Deutschland seine eigenen sicherheitspolitischen Interessen aufgibt.

Noch weitreichender sind die Vorstellungen zur Zukunft der Beziehungen mit Russland. Die AfD fordert ein Ende der Wirtschaftssanktionen, die Wiederaufnahme der Energieimporte und eine Rückkehr zu günstigen russischen Gaslieferungen über Nord Stream. Gleichzeitig soll Deutschland die militärische Unterstützung der Ukraine schnellstmöglich einstellen. Ein NATO- oder EU-Beitritt der Ukraine wird abgelehnt. Stattdessen soll das Land neutral werden. Moskau müsse allerdings dessen staatliche Eigenständigkeit akzeptieren. Eine Rückgewinnung sämtlicher besetzter Gebiete einschließlich der Krim halten die AfD-Außenpolitiker für unrealistisch.

Dabei bleibt es nicht bei politischen Absichtserklärungen. Für das Frühjahr 2027 plant die AfD nach Angaben von Fraktionsvize Frohnmaier einen Energie- und Wirtschaftsgipfel mit Vertretern der USA und Russlands. Das Treffen soll voraussichtlich in Abu Dhabi stattfinden. Im Mittelpunkt könnten die Zukunft der Nord-Stream-Pipelines und neue Energiepartnerschaften stehen.

Die AfD formuliert damit einen außenpolitischen Kurs, der auf gleichzeitige Annäherung an Washington und Moskau setzt. Trump wird als Partner betrachtet, Russland soll wieder wirtschaftlich eingebunden werden und die Ukraine müsste sich auf eine Neutralität ohne NATO- und EU-Perspektive einstellen. Wie sich diese Vorstellungen mit den unterschiedlichen Interessen der beteiligten Staaten vereinbaren lassen, dürfte eine der zentralen Fragen der deutschen Außenpolitik werden.